Seit Ende Dezember ist ein neuer Notarztwagen für Babys im Einsatz.

Notfall
Im Baby-Notarztwagen haben Ärzte und medizinisches Hilfspersonal eine ähnliche Ausstattung wie auf einer Intensivstation.

Im Baby-Notarztwagen haben Ärzte und medizinisches Hilfspersonal eine ähnliche Ausstattung wie auf einer Intensivstation.

JUH

Im Baby-Notarztwagen haben Ärzte und medizinisches Hilfspersonal eine ähnliche Ausstattung wie auf einer Intensivstation.

Neuss. Am 21. Dezember fuhr der neue Baby-Notarztwagen seinen ersten Einsatz, er brachte ein Frühchen zur Weiterbehandlung ins Lukaskrankenhaus. Für gut 160 000 Euro hat die Stadt Neuss den speziell ausgerüsteten Mercedes Sprinter gekauft. Wie schon sein Vorläufer ist auch dieses Fahrzeug mit einem Intensivtransport-Inkubator und einer umfangreichen, auf Kinder ausgerichteten Notfallausstattung ausgerüstet. „Zudem hat dieser Wagen jetzt ein besonderes Luftfederungssystem, was einen besonders schonenden Transport möglich macht“, sagt Dirk Hermes, Leiter der Fachdienste der Johanniter Unfallhilfe. Im Notfall können die Kinder im Fahrzeug auf einem von drei Seiten zugänglichen Versorgungsplatz wiederbelebt werden. „Arzt und Krankenschwester haben hier einen Arbeitsplatz und Zubehör wie auf der Intensivstation eines Krankenhauses“, sagt Hermes. Ralf Rasche, im Ordnungsamt für das Rettungswesen zuständig, ergänzt: Etwa 400 Mal im Jahr ist dieser Wagen im Einsatz. Dreiviertel der Fahrten sind Verlegungen zwischen den Kliniken.

Zusammenarbeit der Krankenhäuser funktioniert

Angedockt ist der Wagen im Lukaskrankenhaus, seinen Standplatz hat er an der Rettungswache Mitte im Hammfeld, im Einsatz ist er im ganzen Kreisgebiet. Mit den Geburtshilfestationen der Kreiskrankenhäuser Dormagen und Grevenbroich und dem Etienne-Krankenhaus gebe es eine bestens funktionierende Zusammenarbeit, sagt Dr. Guido Engelmann, Chefarzt der Kinderklinik des Lukaskrankenhauses. Für ihn ist der neue Notarztwagen, der mit Kinderärzten und Kinderkrankenschwestern aus dem Lukas sowie den eigens geschulten Helfern der Johanniter besetzt ist, „wirklich großartig, einfach perfekt ausgerüstet“. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern bestätigt Dr. Margarete Albiez, Oberärztin am Etienne-Krankenhaus und Leiterin der dortigen Geburtshilfe. „Die Kollegen und die Johanniter kommen bei Notfällen direkt in den Kreißsaal und übernehmen dort“, sagt sie, „das geht super-schnell“. Jahrelang war die Zukunft des 1993 eingeführten Baby-Notarztwagens als ständige Einrichtung unsicher. Die Krankenkassen hatten sich aus Kostengründen lange gegen seinen Erhalt ausgesprochen. Schließlich wurde er jedoch 2011 im Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises fest verankert, die Krankenkassen haben akzeptiert. Die Kosten pro Fahrt liegen bei knapp 500 Euro.

Der Rhein-Kreis Neuss gibt den Rahmen für das Rettungswesen vor und stellt den Rettungsbedarfsplan auf. Neuss ist in der Stadt Träger der Rettungswache, beschafft Wagen und Material. Betreiber der Wachen sind die Hilfsorganisationen, die Verträge mit der Stadt abschließen. Für die Rettungswache Mitte an der Hellersbergstraße, an der der Babynotarztwagen stationiert ist, sind die Johanniter zuständig.

Der Einsatz eines Baby-Notarztwagens sei im Land längst nicht selbstverständlich, sagt Ralf Raschke. In Neuss und im Rhein-Kreis ist das so – jetzt unter nochmals verbesserten Bedingungen.

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