Weil es an den Gesamtschulen zu viele Anmeldungen gab, erhielten viele Eltern Absagen. Ihren Kindern bleibt nur die Sekundarschule.

Viel war an der Sekundarschule nicht los zum Anmeldetermin.
Viel war an der Sekundarschule nicht los zum Anmeldetermin.

Viel war an der Sekundarschule nicht los zum Anmeldetermin.

Lber

Viel war an der Sekundarschule nicht los zum Anmeldetermin.

Neuss. Die wenigsten Eltern machten diesen Weg am Dienstag und gestern gern – denn ihm war eine Absage vorausgegangen. Sie wollten ihr Kind zu einer Gesamtschule schicken, haben aber keinen Platz bekommen. So mussten sie das Angebot nutzen, ihr Kind an einer der beiden Neusser Sekundarschulen anzumelden.

Schon im vergangenen Jahr waren zu viele Schüler an einer der vier Gesamtschulen angemeldet worden. Das wiederholte sich jetzt mit der Folge, dass es wieder viele Absagen gab und ein zweiter Termin für die Sekundarschulen angesetzt wurde.

Eine Mutter erhielt Absagen von drei Gesamtschulen

75 Anmeldungen benötigt die Sekundarschule an der Gnadentaler Allee – 18 hatte sie nach dem ersten Durchgang, die Comeniusschule 22, aber sie braucht sogar 100. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anmeldezahlen dort noch weiter gesunken.

Die Sekundarschulen scheinen bei Neusser Eltern und Schülern nicht sonderlich beliebt zu sein – was eine 30-jährige Mutter aus Norf bestätigt. Sie wollte ihren zehnjährigen Sohn auf die Gesamtschule Norf schicken, bekam aber eine Absage. In dem Schreiben erklärt Schulleiterin Saga Sjölund, dass die Anmeldezahlen weit über die verfügbaren 135 Plätze hinaus gingen. Bei der Auswahl der Schüler habe sie „zunächst die Leistungsheterogenität der an der Gesamtschule zu bildenden Klassen und dann ein ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen berücksichtigt“. Am Ende habe ein Losverfahren entschieden. Zweite Wahl war für die Mutter die Janusz-Korczak-Gesamtschule, dritte Wahl die Gesamtschule an der Erft. Aber auch bei diesen beiden war kein Platz mehr für ihren Sohn.

Ein Resultat sind längere Wege für die Schüler

Gestern meldete sie ihn dann an der Sekundarschule Neuss an. „Mein Sohn muss jetzt auf eine Schule gehen, auf die er gar nicht gehen will“, sagte sie empört: „Alle seine Freunde gehen auf die Gesamtschule in Norf.“ 45 Minuten sei ihr Sohn in Zukunft unterwegs, wenn er zur Schule fährt. „Die Gesamtschule wäre viel näher“, sagte die Norferin. Und: „Der Sohn einer Bekannten aus Selikum ist an der Gesamtschule Norf angenommen worden, und mein Sohn, der in Norf wohnt, nicht. Das ist doch totaler Schwachsinn.“

Das sieht auch ein Vater aus Reuschenberg so. Seine erste Wahl und die seines neunjährigen Sohnes war die Gesamtschule an der Erft. „Da schaut man sich alle Schulen ganz genau an, sucht die beste heraus und bekommt dann am Ende sowieso keinen Platz, weil es zu viele Anmeldungen gibt“, sagte er. Sein Sohn ist traurig darüber, dass er nun zur Sekundarschule wechselt. „Keiner meiner Freunde wird dort hingehen“, sagte er.

Es gibt aber auch Eltern und Kinder, die sich schnell damit abfinden, dass sie keinen Platz an der Wunschschule erhalten haben. „Meine Freunde gehen zwar nicht auf die Sekundarschule, aber meine Cousins“, sagte ein Neunjähriger, der ganz zufrieden wirkte.

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