Arbeiten von Goya, Dalí und Hintz werden noch bis zum 17. Januar 2010 im Kreismuseum Zons ausgestellt.

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Künstler Matthias Hintz interpretierte Bilder von Francisco de Goya und Salvador Dalí neu, hier sind seine beiden Werke „Goya“ (l.) und „Sie ist auch nur ein Mensch“ zu sehen.

Künstler Matthias Hintz interpretierte Bilder von Francisco de Goya und Salvador Dalí neu, hier sind seine beiden Werke „Goya“ (l.) und „Sie ist auch nur ein Mensch“ zu sehen.

Johannes Köberling

Künstler Matthias Hintz interpretierte Bilder von Francisco de Goya und Salvador Dalí neu, hier sind seine beiden Werke „Goya“ (l.) und „Sie ist auch nur ein Mensch“ zu sehen.

Rhein-Kreis Neuss. Die Bilder der Ausstellung "Wandlungen" umfassen 210 Jahre: Beginnend bei 1799, wird ins Jahr 1977 und danach bis nach 2006 gesprungen. Die Los Caprichos von Francisco de Goya von 1799 (1746 - 1828) bilden den Ausgangspunkt, Salvador Dalí (1904 - 1989) machte sich 1977 daran, die 80 Radierungen Goyas zu interpretieren - nun ist aus den Arbeiten der beiden Künstler etwas Neues entstanden: Matthias Hintz hat die Werke paraphrasierend aufgegriffen. 57 Arbeiten von Goya, Dalí und Hintz sind seit gestern bis zum 17. Januar 2010 im Kreismuseum Zons ausgestellt.

Die Gegenüberstellung der Werke zeigt kunsthistorische Wandlungen

"Für die Ausstellung muss man sich Zeit nehmen, nah herangehen, genau hinschauen", sagt Museumsleiterin Angelika Riemann. Denn in den Bildern sind viele Details eingebaut, die man erst im Vergleich der drei hintereinander aufgehängten Werke verstehen kann. Dalí spielte mit den Caprichos von Goya, einem Begründer der Moderne, auf der bildlichen und Titelebene, doch veränderte er die Bilder dabei nicht unbedingt im Kern.

Hintz nahm Goyas Arbeiten als Vorlage, kopierte sie und kollagierte sie mit Versatzstücken, interpretierte sie neu, überzog sie mit einer leicht gebrochenen Wachsschicht - und übertrug sie damit in die Gegenwart. "Wie eine Eisschicht, durch die die Gesellschaftskritik Goyas bis in die Gegenwart durchschimmert", meint Riemann. Goya befasste sich mit dem gewaltdurchzogenen Alltag im Spanien des 18. Jahrhunderts: Erpressung, Folter, Erniedrigung und Gleichgültigkeit gegenüber Andersdenkenden. Die Gegenüberstellung der Arbeiten zeigt beispielhaft künstlerische und kunsthistorische Wandlungen vom Beginn der Neuzeit bis heute.

Bereits als 17-Jähriger befasste sich Hintz mit Goyas Werken und seinem Leben. "Er hat mich fasziniert", erzählt der heute 50-Jährige. "Seine Wertvorstellungen und das Engagement für die kritische Kunst haben mich begeistert." Die Faszination hielt bis 2006, als er sich entschloss, mehr über die Caprichos in Erfahrung zu bringen, "denn ohne den geschichtlichen Hintergrund hätte ich die Bilder nicht interpretieren können", sagt er.

Kreismuseum Zons, Schlossstraße 1

Dienstags bis freitags: 14 bis 18 Uhr, Wochenende und Feiertage: 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen

Drei Euro

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