Malereien und Grafiken von Lena Kuntze sind in der Versandhalle zu sehen.

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Lena Kuntze vor ihrem Werk „Small Worlds“.

Lena Kuntze vor ihrem Werk „Small Worlds“.

Georg Salzburg

Lena Kuntze vor ihrem Werk „Small Worlds“.

Grevenbroich. Vielseitig ist wohl das Wort, das die Arbeit von Lena Kuntze am besten beschreibt. Die Düsseldorfer Künstlerin hat sich nicht auf eine Stilrichtung festgelegt.

Sie greift ebenso gerne zum Pinsel wie zum Bleistift, macht Folienschnitte oder bearbeitet Fotoserien. Gerade das macht für sie den Reiz aus. "Ich liebe es, in einer Zeit zu leben, die mir eine solche Vielfalt an Medien zur Verfügung stellt", sagt sie.

Seit Sonntag sind Malereien, Grafiken und Objekte der 44-Jährigen in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel ausgestellt. Für die Künstlerin ist es der perfekte Ausstellungsort. Das habe sie sofort gesehen, als sie vor einigen Jahren schon einmal in der Versandhalle war. "Und nun hat es endlich geklappt."

Darüber freut sich auch Stefan Pelzer-Florack, Fachbereichsleiter für Kultur der Stadt Grevenbroich. Für die Eröffnung hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mit Gitarre in der Hand sang er den Leonard-Cohen-Klassiker "Hallelujah".

Seine "Bandmitglieder" - die Künstlerin selbst und Jutta Sauer, Mitglied des Kunstvereins Grevenbroich - stellte er dann ganz im Stil von Springsteen und Jagger im Rahmen seiner musikalischen Darbietung vor.

Ihre Aufnahmen macht Lena Kuntze oft aus dem fahrenden Auto

Die Ausstellung in der Versandhalle ist noch bis zum 5. Dezember zu sehen. Öffnungszeiten: jeweils samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr.

Die Ausstellung zeigt Landschaftssituationen von Grevenbroich bis Queensland, die auf verschiedene Weise bearbeitet wurden. Lena Kuntze ist vor allem an den topographischen und klimatischen Bedingungen ihrer Umwelt interessiert.

Für sie ist die Erfahrung von Landschaft kein Natur-, sondern ein Kultureindruck. Ihre Aufnahmen macht die Düsseldorferin oft aus dem fahrenden Auto oder der S-Bahn, um die vorbeiziehenden Landschaften einzufangen. Durch die grafische Überarbeitung nehmen die Aufnahmen unterschiedliche Gestalten an.

"Die Elemente in ihren Fotografien des Düsseldorfer Hofgartens erinnern an 1000-fach vergrößerte Viren oder Pilzkulturen", beschreibt Kunsthistorikerin Jutta Sauer Kuntzes Arbeiten. Die Beschäftigung mit Makro- und Mikroorganismen, die sich ineinander einfügen, ist eine Art Markenzeichen.

Ihre Serie "Small World" enthält eine ganze Reihe solcher Bilder. Neben regionalen Motiven hat sich die studierte Germanistin außerdem von australischen und mediterranen Einflüssen inspirieren lassen.

Denn Australien ist Lena Kuntzes Sehnsuchtsort. Vor drei Jahren bereiste sie den Kontinent und hielt ihre Eindrücke künstlerisch fest. Prägend war auch Lena Kuntzes Reise nach Israel.

Die Landschaft rund um die Hafenstadt Haifa hat ihre Motive besonders beeinflusst, was der Betrachter vor allem anhand ihrer Papierschnitte erkennen kann.

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