Düsseldorfer Künstlerinnen zeigen ihre Arbeiten in der Versandhalle.

Die Künstlerinnen Andrea Lorenz (r.) und Babette Apollonia Heiser arbeiten seit drei Jahren eng zusammen.
Die Künstlerinnen Andrea Lorenz (r.) und Babette Apollonia Heiser arbeiten seit drei Jahren eng zusammen.

Die Künstlerinnen Andrea Lorenz (r.) und Babette Apollonia Heiser arbeiten seit drei Jahren eng zusammen.

Salzburg

Die Künstlerinnen Andrea Lorenz (r.) und Babette Apollonia Heiser arbeiten seit drei Jahren eng zusammen.

Grevenbroich. "Wie im Innen, so im Außen" heißt die Kunstausstellung, die seit Sonntag in der Versandhalle zu sehen ist. Mit der Malerin Andrea Lorenz und der Bildhauerin Babette Apollonia Heiser haben die Veranstalter ein eingespieltes Künstlerinnen-Duo gewonnen.

Seit drei Jahren entwickeln sie ihre Projekte im gemeinsamen Brainstorming, geben sich gegenseitig neue Ideen und bleiben auch während der Projektarbeit im ständigen Austausch. "Wenn wir das frei laufen lassen, läuft es gut", so das Fazit der beiden Düsseldorferinnen. Dieser fortwährende Dialog lässt sich auch für den Betrachter eindrucksvoll nachvollziehen.

Kleine Bronzefiguren stehen unter einer Glasglocke

Babette Apollonia Heiser arbeitet mit Naturmaterialien wie Keramik, Serpentinstein und Bronze. Die Motive sind archaisch und doch immer neu interpretiert, wenn etwa die Nase einer Kopfplastik als Affenschwanz erscheint. Ungleich erschreckender ist ein anderes Mischwesen.

Die Somabinera steht in der Mythologie als Sinnbild für "Menschen, die sich anderen Lebewesen etwas Widernatürliches zufügen und sich letztlich selbst schaden", erklärt die Künstlerin. Konsequenterweise hat sie die Figur als "eine Art Mahnmal gestaltet": als Torso, dessen Armstümpfe in Hörner übergehen. Vielgestaltig sind Heisers Installationen.

Die kleinen Bronzefiguren stehen einzeln oder in der Gruppe, mal im Einweckglas, mal unter einer Glasglocke oder im Guckkasten. Erläutert werden die Szenen durch Aphorismen aus dem asiatischen Kulturkreis. Direkt auf den Ausstellungstitel verweist etwa Buddhas Satz: "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken."

Andrea Lorenz greift diese Gedanken mit Mitteln der Malerei auf. So lassen die Gesichtszüge ihrer Buddhaköpfe die Ruhe und Achtsamkeit ahnen, die der Weise durch lebenslange Meditation erlangt. Ist die Buddha-Serie streng gegenständlich gestaltet, zeichnen sich andere Arbeiten der Malerin durch eine starke Abstraktion aus. Großformatige Bilder, die Acrylfarbe spontan in mehreren Schichten aufgetragen und teils wieder abgespachtelt, zeigen Menschengestalten aufs Wesentliche reduziert.

Diese archaischen Figuren begleiten Andrea Lorenz schon ein ganzes Künstlerleben. Selbst während einer Nahtod-Erfahrung hat sie die Gestalten gesehen. Seitdem sei die Angst vor dem künstlerischen Blackout verschwunden, sagt Andrea Lorenz: "Es ist wie eine neue kreative Ebene, aus der ich schöpfen kann."

» Die Ausstellung ist bis zum 21. Februar zu sehen. Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr, Karneval geschlossen.

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