Handball-Drittligist empfängt heute den Longericher SC, der wie der Neusser HV einen Lauf hat.

Handball-Drittligist empfängt heute den Longericher SC, der wie der Neusser HV einen Lauf hat.
Der Neusser HV – hier Felix Handschke (M.) – stellt sich im Duell mit dem Longericher SC erneut auf ein zähes Ringen ein. Archiv

Der Neusser HV – hier Felix Handschke (M.) – stellt sich im Duell mit dem Longericher SC erneut auf ein zähes Ringen ein. Archiv

Georg Salzburg

Der Neusser HV – hier Felix Handschke (M.) – stellt sich im Duell mit dem Longericher SC erneut auf ein zähes Ringen ein. Archiv

Neuss. Handball gespielt wird auch noch. Bei allen Planungen, Projekten und Visionen rund um den Neusser HV könnte man das mitunter glatt vergessen. Auch Ceven Klatt sieht diese Gefahr. „Aber bisher ist es uns ganz gut gelungen, das von der Mannschaft fernzuhalten“, sagt der Trainer des Drittliga-Spitzenreiters. Trotz schicksalhafter Versammlungen und Pressekonferenzen in dieser Woche habe das Team sich „sehr konzentriert und fokussiert“ auf die heutige Aufgabe vorbereitet.

Erfolg im Hinspiel war ein Kraftakt

Das wird auch nötig sein. Denn um 19 Uhr stellt sich im Longericher SC die härteste Nuss, die der NHV bisher in dieser Saison zu knacken hatte, in der Hammfeldhalle vor. „Schon im Hinspiel haben wir 16:20 zurückgelegen und das Spiel nur mit einem wahren Kraftakt noch umgebogen“, erinnert sich Klatt. Seit diesem 8. Oktober haben die Kölner nur noch beim 33:36 in Leichlingen – wohin die Neusser auch noch müssen – Punkte abgegeben. In den acht Partien nach dieser Niederlage blieb der LSC jeweils ungeschlagen. „Und Longerich ist das einzige Team, dem es bisher gelungen ist, Hagen zu schlagen“, sagt Klatt voller Respekt.

Doch Bangemachen gilt nicht für den 33-Jährigen, unter dessen Regie die Neusser zuletzt am 15. April 2016 (33:35 gegen den Leichlinger TV) ein Punktspiel verloren haben. „Wir spielen zu Hause und wir haben es in der Hand, für eine kleine Vorentscheidung an der Tabellenspitze zu sorgen“, sagt der Trainer. Denn bei einem Sieg hätte der NHV schon sechs Punkte Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz. „Und die werden wir in den dann noch ausstehenden zehn Spielen nicht mehr verspielen. Damit wäre klar, dass wir schlechtestenfalls Zweiter werden“, sagt Klatt.

NHV will eine Vorentscheidung im Titelrennen herbeiführen

Allerdings ist auch ihm nicht verborgen geblieben, dass seine Schützlinge zuletzt einige Anlaufschwierigkeiten hatten und erst nach Rückständen in Fahrt kamen – so wie am Samstag geben GWD Minden II, als aus einem 10:16-Pausenrückstand noch ein 24:23 wurde. „Da haben wir in der Tat nicht hundertprozentig das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, gibt Ceven Klatt zu. Er hat seiner Mannschaft in dieser Hinsicht ins Gewissen geredet. „Diese Aufholjagden sind im Grunde unnötig, auf den Verlust von Kraft und Nerven können wir verzichten, wenn wir unsere vorhandene Qualität von Anfang an abrufen.“

Gegen Longerich, das weiß auch Klatt, sollte der NHV dies auf jeden Fall tun. Denn die Gäste sind die vielleicht einzige Mannschaft der Liga, die den Neussern von der Physis her annähernd ebenbürtig ist. Auch wenn Trainer Christian Stark heute Abend neben den Langzeitverletzten Jonas Burggraf und Christoph Schauf auf die an der Hand verletzten Daniel Koenen und Felix Janssen sowie Abwehrchef Christopher Wolf verzichten muss, der sich beim 30:24-Sieg über Eintracht Baunatal eine tiefe Platzwunde am Kopf zugezogen hat.

Doch Stark sieht das gelassen: „Wir kennen diese Situation. Und wir fahren mit einem breiten Grinsen nach Neuss, haben im Gegensatz zum Heimverein überhaupt keinen Druck und gehen als Underdog ins Spiel. Das tut nach all den Spielen, in denen wir Favorit waren, auch mal gut.“ Er freut sich deshalb auf die Partie. „Die Mannschaft hat es sich erarbeitet, dass dieses Spiel ein wahres Spitzenspiel ist. Sie darf es genießen und total selbstbewusst auftreten.“

Torhüter Valentin Inzenhofer, der an einem guten Tag ein Spiel ganz alleine entscheiden kann, schlägt in die gleiche Kerbe. „Für diese Spiele üben wir diesen Sport aus, das macht besonders Spaß und wir haben richtig Bock, die Neusser zu ärgern. Wenn wir unsere Bestleistung abrufen, sind wir auch für Neuss schwer zu schlagen.“

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