Analyse

Im Dormagener Stadtrat wurde erstmals seit der Kommunalwahl 2014 eine Koalition gebildet. Nach dem Bruch des „bürgerlichen Bündnisses“ – der Zusammenarbeit von CDU, FDP und Zentrum – schlossen sich am 17. Oktober mit CDU und SPD die beiden stärksten Fraktionen im Rat zu einer Großen Koalition zusammen, die mit 31 von 44 Stimmen die absolute Mehrheit besitzt, auch ohne die Stimme von Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD). Diese Konstellation zeichnete sich Anfang des Jahres noch nicht ab. Dafür aber, dass die Stadt Dormagen das Haushaltssicherungskonzept verlassen konnte. Kämmerin Tanja Gaspers und Bürgermeister Lierenfeld haben inzwischen zum zweiten Mal hintereinander einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt, der vor kurzem mit Mehrheit beschlossen wurde.

Ob es für 2017 bei dem angestrebten Plus von knapp einer halben Million Euro bleibt, wird sich zeigen. Weitere Investitionen in Schulen und Kitas stehen ebenso an wie in die Feuerwehr – beides hatte den Haushaltsentwurf bereits im zweiten Halbjahr 2016 erheblich belastet, ebenso Pensionsrückstellungen in fünfstelliger Höhe. Die zurzeit unerwartet hohen Gewerbe- und anderen Steuereinnahmen tragen dazu bei, dass der städtische Etat positiv dasteht.

Mehr Unternehmen soll Michael Bison, ab Januar Geschäftsführer der neuen Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft, nach Dormagen locken. Zumindest um die Nahversorgungs-Lücke in der Rathaus-Galerie und in Delrath muss er sich nicht mehr kümmern, dort eröffneten Aldi und Penny.

Dass 2016 nicht so viele Flüchtlinge der Stadt zugewiesen wurden wie noch vor einem Jahr prognostiziert, hat die Situation deutlich entspannt. Trotz Verzögerungen im Bau sollen auch die letzten beiden der fünf neuen Unterkünfte Ende Februar 2017 fertiggestellt sein, so dass die 180 Plätze aus dem Covestro-Hochhaus im Februar, wie mit dem Unternehmen vereinbart, geräumt werden können.

Weitere Baumaßnahmen wurden angegangen oder fertiggestellt: Das neugestaltete Hallenbad Dormagen feierte im September Richtfest, die Sportanlage Zons wurde gebaut, der Solarpark Gohr im Dezember angegangen, und der „Dorfanger“ in Horrem im Stadtteilentwicklungsprogramm „Soziale Stadt Horrem“ wurde im April neu eröffnet.

Nur wie es mit dem Seveso-Gutachten für das Zuckerfabrikgelände und andere Innenstadtflächen aussieht, steht noch nicht fest: Im April soll klar sein, wie groß die Abstandsflächen zu Störfallbetrieben sein müssen – eine wichtige Grundlage für weitere Bau-Entscheidungen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer