Ein Jahr lang hatten auf der Baustelle die Archäologen das Sagen. Seit dem Frühjahr sind die Arbeiter wieder dran. Der Rohbau ist bereits zum Großteil fertig.

Ein Jahr lang hatten auf der Baustelle die Archäologen das Sagen. Seit dem Frühjahr sind die Arbeiter wieder dran. Der Rohbau ist bereits zum Großteil fertig.
Der Rohbau für das Schlossbad steht weitgehend. Im Jahr 2018 soll das neue Bad noch vor den Sommerferien eröffnen.

Der Rohbau für das Schlossbad steht weitgehend. Im Jahr 2018 soll das neue Bad noch vor den Sommerferien eröffnen.

GWG

Der Rohbau für das Schlossbad steht weitgehend. Im Jahr 2018 soll das neue Bad noch vor den Sommerferien eröffnen.

Grevenbroich. Länger als geplant müssen die Grevenbroicher auf das neue Schlossbad warten. Ein Jahr lang ruhte die Baustelle – Archäologen hatten auf dem Areal neben dem Alten Schloss das Sagen. Erst im Frühjahr dieses Jahres konnten die Bauarbeiten wiederaufgenommen werden. Treten keine größeren Komplikationen auf, soll das neue Hallenbad vor den Sommerferien 2018 seine Türen öffnen. Knapp vier Jahre ist die Grevenbroicher Innenstadt dann ohne Bad gewesen.

„Wir wissen nun, dass Grevenbroich kein zweites Xanten wird.“

Klaus Krützen, Bürgermeister, zum Stand der Forschungsergebnisse

Im Jahr 2015 hatte ein Baggerfahrer in vier Metern Tiefe alte Holzpfähle entdeckt. Der Fund rief die Archäologen auf den Plan. Neben Hunderten Flutpfählen stießen sie bei den Grabungen unter anderem auf Fragmente eines Mühlsteins. Das lässt darauf schließen, dass im Mittelalter im Umfeld des Schlosses eine Mühle existiert hat. Weitere Artefakte zeugen von einem Bauwerk – die Vermutung, dass sich es um eine Kanalkonstruktion gehandelt hat, bestätigte sich aber nicht. Geknickte Pfähle weisen aber darauf hin, dass die Gegend von zwei Flutkatastrophen heimgesucht wurde.

Die Wissenschaftler arbeiten nun daran, die Funde auszuwerten und vielleicht doch noch das Geheimnis um das Bauwerk zu lüften. Mehrere Holzpfähle aus dem 14. Jahrhundert sollen in der Villa Erckens ausgestellt werden – als dort mit Abstand älteste Exponate. Doch umgeschrieben werden muss die Stadtgeschichte nicht. „Wir wissen nun, dass Grevenbroich kein zweites Xanten wird“, zog Bürgermeister Klaus Krützen Bilanz. Erster Beigeordneter Michael Heesch hofft aber, „dass die Funde substanzielle wissenschaftliche Erkenntnisse auch für unsere Stadtgeschichte erbringen“.

Die Kosten stiegen auf 13,4 Millionen Euro

Schließlich waren mit den Grabungen während des einjährigen Baustopps erhebliche zusätzliche Ausgaben in Höhe von 2,5 Millionen Euro verbunden. Insgesamt kletterten die Kosten für das Bad-Projekt auf 13,4 Millionen Euro. Willi Peitz, Geschäftsführer des Bauherrn GWG Kommunal, war die Erleichterung sichtlich anzumerken, als Anfang Juli endlich der Grundstein fürs Schwimmbad gelegt werden konnte.

Nun geht es zügig voran. Die neuen Wände ragen bereits seit einiger Zeit über die Baustellen-Absperrungen hinaus. Ende November war der Schlossbad-Rohbau – das Gebäude ist 3700 Quadratmeter groß – bereits zum größten Teil fertiggestellt. Auch die insgesamt vier Schwimmbecken in der Halle – darunter ein 25-Meter-Sportbecken mit zwei Sprungtürmen – wurden bereits gebaut. Draußen entsteht ein Ganzjahres-Außenbecken.

Noch offen ist die Gestaltung des Außengeländes. Zurzeit werden Sponsoren gesucht.

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