Die Ursprünge der Basilika reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die romanische Kirche wird für 800 000 Euro renoviert.

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Alt St. Martin wurde in den 1960er Jahren wieder zurückgebaut. Jetzt wird die romanische Basilika bis zur Hochzeitssaison saniert.

Alt St. Martin wurde in den 1960er Jahren wieder zurückgebaut. Jetzt wird die romanische Basilika bis zur Hochzeitssaison saniert.

Uli Engers

Alt St. Martin wurde in den 1960er Jahren wieder zurückgebaut. Jetzt wird die romanische Basilika bis zur Hochzeitssaison saniert.

Kaarst. Von außen betrachtet wirkt die romanische Basilika Alt St. Martin in Kaarst noch gut erhalten. Doch das täuscht. In den kommenden Monaten werden einige Sanierungsarbeiten an der alten Kirche durchgeführt.

Als erstes wird der Turm, der aus dem Mittelalter stammt, eingerüstet. "Der Dachstuhl ist marode. Die Hölzer stammen zum Teil aus dem 11. Jahrhundert und sind von Feuchtigkeit und Pilzbefall angegriffen", erläutert Jan Pieter Fraune.

Der Architekt kümmert sich im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St.Martinus um die Pfarrgebäude. Das Schieferdach des Turms bedarf ebenfalls einer Restaurierung.

Da die Basilika unter Denkmalschutz steht, wird nach einer alten Zimmermannstechnik gearbeitet. Obwohl die Basilika erstmals im 13. Jahrhundert als Pfarrkirche erwähnt wird, reicht ihre Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Im 19. Jahrhundert wurde das Hauptschiff verlängert, der Chorraum verdreht eingesetzt. "In dieser Zeit hatten die Menschen nicht viel Sinn für die romanische Baukultur", erklärt Fraune.

Als die katholische Gemeinde 1957 in die neue Martinuskirche an der Rathausstraße zog, war die Gemeinde unentschlossen, was aus der alten Kirche werden sollte. "Nachdem sie einige Jahre dem Zerfall sowie mutwilliger Zerstörung ausgesetzt war, wurden zwischen 1963 und 1968 die alten Bausünden an der Basilika wieder beseitigt", erkläutert der Architekt.

Zu ihrer Einsegnung 1969 präsentierte sich die Kirche wieder in ihrem ursprünglichen Zustand. "Seitdem ist aber nichts mehr passiert, sodass ein Sanierungsstau entstanden ist", sagt Fraune. Erzbistum und Kirchengemeinde investieren 800 000 Euro in die Sanierungsarbeiten. Dazu gehören neben den Arbeiten am Dachstuhl ein weißer Innenanstrich des Kirchenschiffs sowie Arbeiten am Mauerwerk des Chorraums. Denn der Tuffstein weist einige Risse auf.

Während der Sanierung bleibt die Kirche geschlossen. Betreut wird der Bau vom Neusser Architekturbüro Hans Wichmann. Die Arbeiten sollen Ende April beendet sein.

Dann beginnt die Hochzeitssaison. Die Basilika im alten Dorf wird heute als so genannte Filialkirche geführt. Neben kleineren Gottesdiensten in der Woche wird sie in den Sommermonaten auch gerne für Hochzeiten genutzt. Beliebt ist die Kirche Alt St. Martin auch für kleinere Konzerte. Rund 60 Personen finden dort Platz.

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