Die Ansiedlung des Großhändlers Stadler stößt nicht nur beim Fahrradclub auf Kritik.

Die Ansiedlung des Großhändlers Stadler stößt nicht nur beim Fahrradclub auf Kritik.
Stadler möchte im Hammfeld ein großes Fahrrad-Zentrum errichten. Das sieht nicht nur die Branche mit Sorge. Entwurf: Gnädinger Architekten/Stadler

Stadler möchte im Hammfeld ein großes Fahrrad-Zentrum errichten. Das sieht nicht nur die Branche mit Sorge. Entwurf: Gnädinger Architekten/Stadler

Stadler möchte im Hammfeld ein großes Fahrrad-Zentrum errichten. Das sieht nicht nur die Branche mit Sorge. Entwurf: Gnädinger Architekten/Stadler

Neuss. Die Ansiedlung von Stadler, dem nach eigenen Angaben größten Zweirad-Center Deutschlands, im Hammfeld ist eine Bedrohung für die Fahrradhändler in den Stadtteilen. Das sagt weder der Handelsverband noch ein Branchensprecher, sondern der ADFC. „Wir wünschen uns den Erhalt einer ortsnahen Versorgung mit Fahrrad-Service und -Verkauf“, betont ADFC-Sprecher Heribert Adamsky.

Fahrradclub fordert den Erhalt der ortsnahen Versorgung

Um das zu erreichen, müsste der Handel mit Fahrrädern auf die Liste der innenstadt-relevanten Sortimente gesetzt werden. In Krefeld und Köln sei das so geschehen, sagt Adamsky, der betont: „Wir wollen nichts Neues verhindern. Aber einen einzigen großen Fahrradmarkt – nicht einmal an zentraler Stelle – brauchen wir nicht.“ Die Firma Stadler hatte, als sie der Politik ihr Konzept eines Großmarktes vorstellte, aus einem eigenen Gutachten zitiert, das die Auswirkungen einer Neuansiedlung auf die Branche vor Ort untersucht. „Wo wir uns angesiedelt haben, wurde der Markt insgesamt gepushed“, gibt Firmensprecherin Eva Köster ein zentrales Ergebnis wieder. Sogar weitere Neueröffnungen hätte es gegeben. Kleinere Händler, die ohnehin nicht alle Kundenwünsche erfüllen könnten, müssten sich spezialisieren. „Aber das machen viele heute schon“, sagt Köster.

Über solche gutachterlichen Ergebnisse kann Norbert Oberländer, Fahrradhändler in Reuschenberg und Gnadental, nur lachen. „Was da auf uns zukommt ist kein Fahrradhändler, sondern eine Dampfwalze“, ist er angesichts einer Marktfläche von 6000 Quadratmetern überzeugt, die mindestens dreimal so groß ist wie die Verkaufsfläche aller Neusser Fahrradhändler zusammen. Schon das Internet sei eine starke Konkurrenz, aber gegen die könne man sich noch etwas wehren – indem man zum Beispiel Reparaturen von „Rädern aus dem Netz“ erst einmal zurückstellt. Bei Fahrrad Franssen auf der Furth wird schon so verfahren, erklärt Frank Breuer. Stadler werde nicht nur Käufer aus dem Umland anlocken, sondern auch dem Handel vor Ort Marktanteile wegnehmen, sagt er. Breuer hofft aber, dass die Kunden den Franssen-Service wertschätzen. „Groß“, sagt er mit Blick auf Giganten wie Stadler, „heißt oft genug große Unzufriedenheit.“ -nau

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