Hans Christian Markert (Grüne) lobt humane Begleitung der Frauen.

grünstrasse
An der Grünstraße steht das Abschiebegefängnis für Frauen.

An der Grünstraße steht das Abschiebegefängnis für Frauen.

Salzburg

An der Grünstraße steht das Abschiebegefängnis für Frauen.

Neuss. Die Aufregung ist verflogen, die Entscheidung des Landes gegen Neuss als Standort für eine Einrichtung für psychisch gestörte Gewalttäter gefallen. Dafür war das Frauen-Abschiebegefängnis an der Grünstraße in der Innenstadt im Gespräch.

Jetzt besuchten der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Christian Markert und Monika Düker, in der Landtagsfraktion die Sprecherin für Flüchtlingspolitik, das Haus, das Gefängnis ist, ohne offiziell eines zu sein: Den Termin, so betont der Landespolitiker, habe er bereits vor der Diskussion vereinbart.

19 Frauen sind an der Grünstraße untergebracht

Ihm gehe es weniger um die Zukunft des Gebäudes als vielmehr um die Situation der Bewohnerinnen, sagt Markert: „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen.“ Die drehen sich derzeit darum, ob die Stadt das Haus vom Land kaufen und langfristig umnutzen könnte.

Denn die Situation im Haus an der Rückfront des Amtsgerichts hat sich geändert. Räumlich und vom Personal her ausgerichtet auf eine Belegung mit bis zu 80 Personen, die abgeschoben werden sollen, sind derzeit 19 Insassen in dem einzigen Frauen-Abschiebegefängnis des Landes untergebracht.

Ein Missverhältnis, gibt auch Markert zu, betont aber: Es gehe um menschwürdige Unterbringung und um humane Begleitung der Frauen, die oft genug nach einer Odyssee im Rotlichtmilieu an der Grünstraße landen.

Ist nach seiner Ansicht beides in Neuss gegeben? Die humane Begleitung durch zahlreiche Ehrenamtler auf jeden Fall, meint der Landespolitiker. „Und falls man davon ausgeht, dass es denn Abschiebeknäste geben muss, dann ist die Unterbringung in Neuss auch in Ordnung.“

Generell aber müsse das Thema Unterbringung thematisiert werden. So kann sich der Grüne statt einer Gefängnis-Unterbringung eine Aufenthaltsduldung unter Auflagen vorstellen. „Es geht hier nicht um die Zukunft des Gebäudes, sondern um die der Menschen, die dort untergebracht sind“, fasst Markert zusammen.

Im Stadtrat allerdings werden auch andere Überlegungen laut. Die FDP hatte bereits die Prüfung über einen Ankauf ins Gespräch gebracht, nicht zuletzt um die Planungshoheit an dieser Wohnstraße zu sichern. Die Fraktion UWG-Zentrum stellt für die Ratssitzung am 18. Februar den Antrag, das Haus zu kaufen und zu einem „Haus der Juristen und Freiberufler“ umzuwandeln.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer