Die Hemmerdener möchten einen Lärmschutzwall und haben sich an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewandt.

Die Hemmerdener möchten einen Lärmschutzwall und haben sich an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewandt.
Weil sich abends die Lkw um einen Schlafplatz „knubbeln“, soll die Raststätte Vierwinden-Nord um rund 90 Parkplätze ausgebaut werden.

Weil sich abends die Lkw um einen Schlafplatz „knubbeln“, soll die Raststätte Vierwinden-Nord um rund 90 Parkplätze ausgebaut werden.

Lothar Berns

Weil sich abends die Lkw um einen Schlafplatz „knubbeln“, soll die Raststätte Vierwinden-Nord um rund 90 Parkplätze ausgebaut werden.

Hemmerden. Die Mitglieder des Dorfgestaltungsvereins haben einen Hilferuf an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geschickt. Und nicht nur an sie. Auch der Landes- und der Bundesverkehrsminister erhielten jetzt Post aus Hemmerden, genauso wie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus dem Rhein-Kreis Neuss. „Anders wissen wir uns nicht mehr zu helfen“, sagt Vorsitzende Doris Tietz frustriert: „Denn bisher sind wir mit unserem Begehren überall gegen die Wand gelaufen.“

„Wir hoffen, dass sich jemand für uns einsetzen wird – denn wir haben die große Befürchtung, dass der Krach durch den Ausbau der Autobahnraststätte noch heftiger wird als bisher.“

Doris Tietz, Vorsitzende des Dorfgestaltungsvereins

Seit gut zwei Jahren setzt sich der Verein für einen Lärmschutzwall ein, der mit dem geplanten Ausbau der Raststätte Vierwinden-Nord eingehergehen soll. Etwa 90 zusätzliche Lkw-Plätze werden an der Peripherie des Dorfes entstehen – der Bau soll in diesem Jahr beginnen. „Wir sind nicht gegen dieses Vorhaben, denn die zusätzlichen Stellflächen sind notwendig“, stellt Tietz klar: „Doch wir fordern geeignete Lärmschutzmaßnahmen.“ Schließlich hätten die Hemmerdener schon heute tüchtig unter dem Krach der Autobahn 46 zu leiden.

Der Verein hat die Bezirksregierung aufgefordert, die zwischen Autobahn und Raststätte geplante, rund 300 Meter lange Lärmschutzwall zu verlängern. Sie soll an die Wand anknüpfen, die 2015 fertiggestellt wurde. Dafür haben sie etwa 250 Unterschriften gesammelt – vergebens: „Die Bezirksregierung lehnt unsere Forderung ab“, bedauert Tietz. Das Argument aus Düsseldorf: Nach einer lärmtechnischen Berechnung schließe der Landesbetrieb Straßen NRW eine Lärmzunahme durch den Ausbau der Raststätte aus, teilte er in einem Schreiben an die Stadtverwaltung mit. Es bestehe daher kein Handlungsbedarf. Doris Tietz und ihre Mitstreiter bezweifeln das: „Eines unserer Mitglieder hat eine Fachfirma mit Lärmmessungen beauftragt. Die dabei ermittelten Werte sind erheblich höher als die von Straßen NRW am Computer errechneten Pegel, die ohnehin immer haarscharf an der Grenze liegen.

Was die Dorfgestalter ebenso verärgert: Trotz des Parkplatz-Ausbaus sind keine zusätzlichen Toiletten und Duschen für die Fernfahrer vorgesehen. „Angeblich, weil das vom Bundesverkehrsministerium her nicht vorgesehen ist“, sagt Tietz, nachdem sie sich bei Straßen NRW erkundigt hat. Weitere Sanitäranlagen sind nach Meinung des Vereins aber notwendig: „Denn schon jetzt wird eine kleine Grünfläche gegenüber von Wohnhäusern als Toilette missbraucht und erheblich verschmutzt“, betont die Vorsitzende. Nach den vorliegenden Plänen sollen die Parkplätze übrigens zu den Feldern hin durch einen Zaun abgegrenzt werden. Er soll verhindern, dass die Lastwagenfahrer künftig mangels Toiletten auf die Äcker ausweichen. . .

„Wir hoffen, dass sich jemand für uns einsetzen wird – denn wir haben die große Befürchtung, dass der Krach durch den Ausbau der Autobahnraststätte noch heftiger wird als bisher“, sagt Doris Tietz. Die 2015 errichtete Mauer bringe übrigens nicht fürs ganze Dorf den gewünschten Effekt. Weil sie 80 Meter zu kurz gebaut worden sei und nicht bis zum Hemmerdener Weg reiche, sei es an vielen Stellen des Ortes lauter als bisher geworden.

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