Die Hälfte der Trasse durch den Tagebau steht inzwischen. 2017 muss die Autobahn fertig sein.

Verkehr
Einmal im Jahr lässt RWE vom Großprojekt des A 44-Neubaus Luftaufnahmen machen. Hier ist das Autobahnkreuz Holz zu sehen.

Einmal im Jahr lässt RWE vom Großprojekt des A 44-Neubaus Luftaufnahmen machen. Hier ist das Autobahnkreuz Holz zu sehen.

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Einmal im Jahr lässt RWE vom Großprojekt des A 44-Neubaus Luftaufnahmen machen. Hier ist das Autobahnkreuz Holz zu sehen.

Grevenbroich/Jüchen. Im Sommer stehen die nächsten Luftaufnahmen an. Einmal im Jahr lässt RWE die Großbaustelle für die neue Autobahn 44 (A 44n) von oben ablichten – es sind immer spektakuläre Bilder. Inzwischen nimmt die neue Trasse deutlich Form an. Erforderlich ist das rund 100 Millionen Euro teure Großprojekt, da die A 61 als bisherige Nord-Süd-Verbindung dem Tagebau weichen muss. Der Verkehr soll dann über die A 44n fließen. Bis 2017 muss die neue Autobahn an der Stadtgrenze fertig sein. Karsten Waschke, Leiter Verkehrsbau bei RWE Power, zieht Zwischenbilanz: „Wir liegen im Zeitplan und werden das schaffen.“

Das Mega-Projekt hat drei Bauabschnitte

Unterteilt ist das Mega-Projekt – die neue Autobahn wird mitten durch den Tagebau führen – in drei Bauabschnitte. Erstens: das Autobahnkreuz Holz, das auch viele Pendler aus dem Rhein-Kreis Neuss täglich nutzen. „Dort wird die A 44n im Norden anschließen“, erklärt Waschke. Die Autobahn 46 wird dort zudem auf sechs Fahrspuren ausgebaut, die Kreuze Holz und Wanlo erhalten zusätzliche Zubringerspuren. Durch sie soll die Staugefahr gemindert werden. Zweitens: die mehrere Kilometer lange und 200 Meter hohe Trasse durch den Tagebau. Dafür wird ausgebaggerter Kies als Untergrund quer durch die Grube befördert.

Projektleiter Axel Ritter erklärt, dass ausschließlich Kies und anderes festes Material verbaut werde, um die Trasse „gleichmäßig stabil“ zu gestalten. Ein späteres Absinken soll dadurch verhindert werden. „Die Hälfte der Trasse steht, ein Autobahnstück hat bereits die erste Asphaltschicht bekommen“, teilt Ritter mit.

Zwei von vier Brücken stehen bereits

Dritter Abschnitt des Großprojekts ist das Autobahnkreuz Jackerath im Süden. „Dort sind die Erdarbeiten weitgehend abgeschlossen. Zurzeit finden Asphaltierungs- und Brückenbauarbeiten statt“, sagt Karsten Waschke. Das Kreuz Jackerath wurde um gut einen Kilometer in südöstliche Richtung verlegt, zwei von insgesamt vier dort benötigten Brücken stehen bereits. Eine Brücke wird über die Förderbandanlage des Tagebaus führen, die Kohle zur Verladestelle bringt.

Beim Bau der A 44n arbeitet RWE eng mit dem Landesbetrieb „Straßen NRW“ zusammen. 2012 wurde mit den Arbeiten begonnen, inzwischen ist das Großprojekt also bereits in der zweiten Halbzeit.

Der Energiekonzern und der Landesbetrieb können auf gemeinsame Erfahrungen zurückblicken: In den 1990er Jahren wurde ein Teilstück der A 540 zwischen Gustorf und Jüchen wiederhergestellt – nachdem die Braunkohlenbagger weitergezogen waren. Nach der wiederhergestellten A 540 läuft zwischen Holz und Jackerath nun das Projekt als Ersatz für die A 61.

Viele Grevenbroicher Berufspendler, die es jeden Morgen in Richtung Mönchengladbach sowie in den Kreis Heinsberg zieht, müssen auf der A 46 bereits Sperrungen an der Abfahrt Mönchengladbach-Odenkirchen in Kauf nehmen.

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