Ruhrpott-Komiker Atze Schröder gastiert Samstag in der HRC-Arena am Höhenberg.

Dormagen. Comedian Atze Schröder tritt am Samstag, 20. November, um 20 Uhr in der HRC-Arena am Höhenberg auf. Die WZ sprach vorab mit ihm.

WZ: Herr Schröder, als bekennender BVB-Fan muss man Ihnen ja eigentlich gratulieren. Wird Dortmund jetzt Meister?

Schröder: Diese Saison ist ja in vielerlei Hinsicht verrückt. Das hätte sicher so kein Experte vorhergesagt. Aber dass der BVB eine gute Mannschaft hat, wusste man schon vorher.

WZ: Bauen Sie in Dormagen auch Lokales in Ihr Programm ein?

Schröder: Natürlich lese ich vorher mal die Zeitung und wenn es passt, mache ich auch Lokales zum Thema.

WZ: Wovon handelt Ihr aktuelles Programm "Revolution"?

Schröder: Unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler hat bei seiner Antrittsrede gesagt, dass wir eine kleine Revolution brauchen. Der Gedanke hat mir so gut gefallen, dass ich gleich meine neue Tournee danach benannt habe. Ich greife nur den Zeitgeist auf. In einer Welt, in der Bänker 20 Millionen Euro Bonus kassieren, andere aber wegen einer Frikadelle gefeuert werden - da liegt die Revolution quasi in der Luft.

WZ: Macho und Revoluzzer - passt das zusammen?

Schröder: Aber sicher, ein Revoluzzer sollte doch in jedem von uns stecken. Aber ich wäre ja nicht Atze, wenn es nicht auch eine Liebesgeschichte in dem Programm gäbe.

WZ: Schreiben Sie Ihre Programme selbst?

Schröder: Ich schreibe die Programme mit ein paar Autoren. Wobei es mittlerweile schon fast ausreicht, mit offenen Augen durch die Gegend zu laufen und Situationen aufzusaugen.

WZ: Wo liegt für Sie die Grenze zwischen Kabarett und Comedy?

Schröder: Es gibt Zuschauer, die sehen mich als Kabarettisten. Ich selbst habe einfach Spaß daran, wenn ich den Leuten das Politische in einer Comedy-Show, wo keiner damit rechnet, auf eine Art und Weise nahebringe, dass sie darüber lachen können und erst auf dem Nachhauseweg denken: von der Aussage gar nicht so schlecht.

WZ: Was ist Ihnen bei einem Programm wichtig? Oder kommt es einfach nur auf den Spaß an?

Schröder: Als kleiner Komiker kann ich leider nicht sehr viel ausrichten. Aber ich kann hier und da dem einen oder anderen vors Schienbein treten und wenigstens die witzigen Situationen der Republik darstellen. Am Ende des Programms sage ich aber auch ganz klar, dass ich nichts verändern kann. Aber ich hoffe, dass das Publikum einen schönen Abend hatte.

WZ: Welche Comedy-Serien im Fernsehen schauen Sie gerne?

Schröder: Im Fernsehen schaue ich eher Dokumentationen, und US-Serien sehe ich meist auf DVD.

WZ: Ihr Lieblingswitz?

Schröder: Da die Wintersportzeit wieder losgeht: Was ist weiß und stört beim Après-Ski? - eine Lawine.

WZ: Ist der Stress vor Bühnenauftritten anders, als vor einer Fernsehsendung?

Schröder: Anders, wobei meine große Liebe eben nach wie vor die Bühne ist. Mein großes Vorbild ist ja, was Bühnenpräsenz angeht, Dieter Hildebrandt, und der ist mit 82 Jahren immer noch auf Tour. Da hab ich noch ein paar Jährchen. Ich bin ja jetzt im besten Simone-Thomalla-Alter, also Baujahr 65, und die kann sich auch noch sehen lassen. Es gibt nichts, was so schön ist wie ein Mann mit einem Mikro vor Publikum. Selbst wenn ich eine Grippe habe, weiß ich, dass sobald ich auf der Bühne stehe, alles wie von Zauberhand verschwunden ist.

WZ: Erst kürzlich saßen Sie neben Michelle Hunziker auf der Wetten, dass...?-Couch. Cowboystiefel, Perücke und Porschebrille - kommt das beim weiblichen Geschlecht gut an?

Schröder: Das kommt sehr gut an. Wir hatten auch noch nach der Show viel Spaß. Ich fühle mich in dem Outfit nach wie vor als Trendsetter.

WZ: Haben Sie einen besonderen Anbaggerspruch im Repertoire?

Schröder: Bin da, kann losgehn.

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