Reinhard Mlotek, Leiter des Theaters am Schlachthof, über das zukünftige Programm, Preise und Pläne.

Reinhard Mlotek ist seit 1995 Leiter des TaS.
Reinhard Mlotek ist seit 1995 Leiter des TaS.

Reinhard Mlotek ist seit 1995 Leiter des TaS.

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Reinhard Mlotek ist seit 1995 Leiter des TaS.

Neuss. Wo steht das Theater am Schlachthof (TaS) im Jahr 2010? Was erwartet den Zuschauer in Zukunft? Darüber sprach die WZ mit Theaterleiter Reinhard Mlotek.

WZ: Herr Mlotek, fast alle Karten für die Stunksitzungen sind vergriffen. Der Auftakt für 2010 ist dem TaS also gelungen. Kann das überhaupt noch getoppt werden?

Mlotek: Mit Blick auf die Besucherzahlen sind die Stunksitzungen sicherlich die Nummer eins. Dicht gefolgt allerdings vom Kindertheater. Da gab es seit zweieinhalb Jahren nicht eine Aufführung, die nicht ausverkauft war.

WZ: Stichwort Kindertheater. Sichert sich das TaS durch Kindertheatervorstellungen oder Theater-Camps schon das Publikum von morgen?

Mlotek: Sicher. Wir haben Praktikanten, die im TaS alle Stationen durchlaufen haben. Die waren Zuschauer im Kinder- und Jugendtheater, haben bei Theater-Camps mitgemacht und kommen jetzt als Praktikanten oder sind Teil des Jugendensembles.

WZ: Derzeit läuft die 16.Spielzeit im TaS, diesmal unter dem Motto "Mythos". Was hat das zu bedeuten?

Mlotek: Es geht in den Stücken um die Mythen der Menschheit. Zum Auftakt haben wir eine Opernrevue gezeigt. Tosca, Salome und Carmen, da gibt es viele Mythen. "Die Ehe der Maria Braun", das Thema ist an sich ein Mythos. "Faust", da geht es um Liebe, Glaube, Wahrheit. Oder "Das Mona-Lisa-Protokoll", jeder fragt sich doch: Wer ist diese Frau? Wir haben viele spannende Stücke ausgesucht.

WZ: Das Programm des TaS zeichnet sich dadurch aus, dass Klassiker wie Goethes Faust neben Kabarett und Kindertheater auf dem Programm stehen. Ist das die Erfolgsformel des TaS?

Mlotek: Im TaS gibt es drei Hauptschienen. Zeitgenössisches Theater, Kindertheater und Kabarett. Letzteres wollen wir intensivieren. Am 12.März starten die Kabarett-Kracher. Da setzen wir auf Newcomer und Künstler, die kurz vor dem Durchbruch stehen, Fabian Hintze etwa.

WZ: Das TaS besitzt eine eigene Werkstatt für Bühnenbilder, seit August auch eine eigene Kostümabteilung. Was kommt als nächstes?

Mlotek: Wir brauchen dringend ein Zentralfoyer. In den nächsten ein bis drei Jahren muss das einfach kommen.

WZ: Damit wären wir beim Thema Finanzen. Wie sehr hat die Wirtschaftskrise das TaS getroffen?

Mlotek: Davon sind wir fast verschont geblieben, unsere Besucherzahlen konnten wir größtenteils halten. Trotzdem sind die Preissteigerungen der letzten Jahre enorm.

WZ: Bleiben die Eintrittspreise denn stabil?

Mlotek: Die haben sich zum 1.Januar erhöht, im Vorverkauf nehmen wir 1,20 Euro mehr, an der Abendkasse einen Euro, für das Kindertheater 70 Cent. Damit gehören wir immer noch zu den preiswertesten freien Theatern.

WZ: Wird es in absehbarer Zeit die von Ihnen gewünschte Gebäudesanierung geben?

Mlotek: 2009 wurde dieses Thema in die Haushaltsdebatte eingebracht und abgelehnt. Über kurz oder lang wird eine Generalsanierung aber notwendig sein. Da reicht ein Blick auf die abgenutzten Fußböden.

WZ: Könnte es zukünftig eine Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landestheater geben?

Mlotek: Wir arbeiten schon heute erfolgreich mit anderen Theatern zusammen, etwa mit dem Theater Krefeld/Mönchengladbach. Auch mit der neuen Intendantin des Landestheaters, Bettina Jahnke, haben wir Gespräche geführt. Noch gibt es keine Ergebnisse. Bei zwei Theatern in einer Stadt ist das schwierig.

WZ: Was ist Ihr persönliches TaS-Highlight im Jahr 2010?

Mlotek: Da gibt es mehrere. Das Kindertheater mit dem kleinen Vampir, die Faust-Aufführung. Und natürlich die Kabarett-Kracher.

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