Unternehmen bekommt mit Rekord im Kleben einen Eintrag ins Guinness-Buch.

Rund 1000 Schaulustige versammelten sich vor dem 3M-Verwaltungsgebäude, um die Aktion zu verfolgen.  Fotos (3): Ingel
Rund 1000 Schaulustige versammelten sich vor dem 3M-Verwaltungsgebäude, um die Aktion zu verfolgen. Fotos (3): Ingel

Rund 1000 Schaulustige versammelten sich vor dem 3M-Verwaltungsgebäude, um die Aktion zu verfolgen. Fotos (3): Ingel

Marc Ingel

Rund 1000 Schaulustige versammelten sich vor dem 3M-Verwaltungsgebäude, um die Aktion zu verfolgen. Fotos (3): Ingel

Neuss. Wie viele Beschäftigte des Weltkonzerns 3M tatsächlich am Standort in Neuss arbeiten, war am Freitag bei einem außergewöhnlichen Termin an der Carl-Schurz-Straße zu sehen.

Mehr als 1000 Mitarbeiter versammelten sich um die Wiese vor der Hauptverwaltung, um bei einem echten Weltrekordversuch dabei zu sein. Viele hatten Kameras dabei, einige sogar Decken, um sich in die Sonne legen zu können. Zusammen mit er Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen wollte 3M einen Weltrekord knacken, um so einen Eintrag in das Guinness-Buch zu erreichen.

Ein zehn Tonnen schwerer Lastwagen, beladen mit vier Tonnen Wasser, sollte mit einem Kran eine Stunde lang einen Meter über der Erde gehalten werden. Der Clou dabei: Der Lkw wurde mit nur etwa einem Gramm eines herkömmlichen Zwei-Komponenten-Konstruktionsklebers von 3M auf einer Kontaktfläche von lediglich sieben Zentimetern Durchmesser an dem Kran befestigt. Der alte Weltrekord, ebenfalls unter Beteiligung der RWTH erzielt, lag bei acht Tonnen. Um es vorweg zu nehmen: Das Experiment gelang, 3M findet sich fortan auch im Guinness-Buch der Rekorde wieder.

Guinness-Richter bestätigt: Proben sind nicht manipuliert

Zuvor waren bei der Inszenierung aber einige knifflige Momente zu überstehen. Der erste: Der Guinness-Unparteiische Olaf Kuchenbecker öffnete mit großem Brimborium einen Koffer, in dem die zur Trocknung eingelagerten Proben eingeschlossen waren. „Um eine Manipulation auszuschließen“, erklärte der Weltrekordrichter und verkündete wenig später: „Alles in Ordnung.“

Die schwierigste Phase war dann die des Anhebens: „Da werden durch die Beschleunigung zusätzliche Kräfte frei, außerdem könnten die Ketten verkannten“, erläuterte Ingenieur Jens Schoene von der RWTH. Nach kurzem Atemanhalten waren auch diese kritischen Sekunden überstanden. Danach passierte eigentlich nichts Dramatisches mehr und Fernsehmoderator Dennis Wilms hatte ausreichend Zeit, in Gesprächen mit Experten und 3M-Verantwortlichen zu beweisen, was für ein pfiffiger Kerl er ist.

Das Multi-Technologieunternehmen mit Deutschland-Sitz im Neusser Hammfeld bietet 50 000 Produkte, bringt jedes Jahr 1000 neue Produkte auf den Markt, verfügt über 25 000 Patente und beschäftigt rund 7000 Forscher. Bei einem Umsatz von jährlich rund 29 Milliarden US-Dollar (Gesamtkonzern) beschäftigt 3M weltweit etwa 84 000 Menschen in 68 Ländern, davon 1750 an den Standorten in Neuss und Jüchen.

Ein neuer Zwei-Komponenten-Konstruktionskleber wurde am Donnerstag präsentiert. Er verfügt über einen Farbindikator, der den Aushärtungsverlauf eines Klebvorgangs mithilfe der Ampelfarben Rot, Gelb und Grün eindeutig anzeigt. Durch die optische Anzeige wird der chemische Prozess beim Fügen von Werkstoffen kontrolliert, und somit eine verfrühte Belastung verklebter Oberflächen verhindert. Eingeführt wird dieser innovative Klebstoff voraussichtlich Anfang 2013.

„Das war eine große Herausforderung. Wir sind stolz, den Rekord gebrochen zu haben“, sagte Günter Gressler, Vorsitzender der Geschäftsführung, anschließend. „Wir haben den Klebstoff in vielen Versuchsreihen seit Monaten getestet und sind sehr glücklich über das Ergebnis.“

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