So ähnlich sollen die Einfamilienhäuser an der Langwadener Straße aussehen. Grafik: Dornieden
So ähnlich sollen die Einfamilienhäuser an der Langwadener Straße aussehen. Grafik: Dornieden

So ähnlich sollen die Einfamilienhäuser an der Langwadener Straße aussehen. Grafik: Dornieden

So ähnlich sollen die Einfamilienhäuser an der Langwadener Straße aussehen. Grafik: Dornieden

Wevelinghoven. Landesweit steigt der Bedarf an kostengünstigem Wohnraum, doch die Zahl der Sozialwohnungen in NRW ist seit den 70er Jahren um mehr als zwei Drittel auf knapp 500 000 geschrumpft. Die Stadt Grevenbroich will dem Trend auf ihrem Gebiet entgegenwirken. An der Langwadener Straße in Wevelinghoven soll neben dem Friedhof ein Baugebiet mit 28 öffentlich geförderten Einfamilienhäusern zur Miete errichtet werden. Der Rat stimmte dem Abschluss des städtebaulichen Vertrages mit Michael und Martin Dornieden zu. Die beiden sind Geschäftsführer der Dornieden Generalbau in Mönchengladbach. Die Dornieden-Gruppe hat bereits unter anderem in Kapellen und im Buckau-Viertel Einfamilienhäuser errichtet.

Gebiet war zur Erweiterung des Friedhofs gedacht

„Der Bedarf an öffentlich gefördertem Wohnraum ist gestiegen. Somit ist es eine dringende und perspektivisch wichtige Aufgabe, Wohnraum für diejenigen zu schaffen, die sich am Markt nicht angemessen damit versorgen können und auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt Bürgermeister Klaus Krützen. Im Stadtgebiet existieren zurzeit nur 169 öffentlich geförderte Mietwohnungen mit mindestens vier Wohnräumen. Bei 31 davon handelt es sich um Einfamilienhäuser. 21 errichtete vor wenigen Jahren die Potthoff-Gruppe aus Hamm im Buckau-Viertel.

Das Baugebiet an der Langwadener Straße soll auf einem langgestreckten Stück Land entstehen, das früher zur Erweiterung des Friedhofs nebenan gedacht war, dafür aber nicht mehr benötigt wird. Das Bauprojekt hat im Laufe der Planung mehrere Änderungen erfahren. Zunächst hatte die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft mit zehn Häusern für insgesamt 80 Menschen vorgesehen, die Räume sollten später anderweitig vermietet werden. Doch die Zahl der neuankommenden Asylbewerber ist seit dem Flüchtlingsstrom 2015 stark zurückgegangen. Dafür steigt laut Stadtverwaltung die Zahl der anerkannten Flüchtlinge, die auf der Suche nach preiswertem Wohnraum sind und zunächst bis zu drei Jahre ab ihrer Anerkennung in der jeweiligen Kommune bleiben müssen. Also wurde umgeplant, vorgesehen waren 24 Reihenhäuser mit 42 Wohnungen. Das Problem dabei: Die Hausvariante mit zwei Wohnungen ist nicht förderfähig, deshalb wurde nochmals neu geplant. Nun sind nur noch 28 Wohneinheiten in fünf Häusergruppen vorgesehen.

Dabei handelt es sich nach Auskunft der Stadt um Einfamilienhäuser mit etwa 112 Quadratmetern Wohnfläche, die für Familien mit mindestens fünf Personen gedacht sind. So sind in den Häusern zwei Kinderzimmer vorgesehen. Infrage kommen Mieter mit Wohnberechtigungsschein. Die Jahresbrutto-Einkommensgrenze für eine Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern liegt dafür bei 60 833 Euro. Die Stadt soll ein „Besetzungsrecht“ für die Häuser erhalten.

Keinen Anlass zur Diskussion im Stadtrat gab die geplante Hausbreite von rund fünf Metern, der Rat hatte bei früheren Projekten eine Mindestbreite von sechs Metern gewünscht. Allerdings hätte die UWG/ABG-Fraktion einen Beschluss gern vertagt, Fraktionschef Carl Windler sah noch Beratungsbedarf. Beigeordneter Florian Herpel wies aber darauf hin, dass der zuständige Planungssausschuss erst wieder im Herbst zusammenkomme, so dass eine Vertagung viele Monate Verzögerung bedeutet hätte.

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