Rheinisches Landestheater zeigt eine Uraufführung von Lorenz Hippe.

Premiere
Emilia Haag (Lia) und Roman Konieczny (Milan) kurz vor dem Sturm, der das Leben der 14-Jährigen verändern wird.

Emilia Haag (Lia) und Roman Konieczny (Milan) kurz vor dem Sturm, der das Leben der 14-Jährigen verändern wird.

Marc Ingel

Emilia Haag (Lia) und Roman Konieczny (Milan) kurz vor dem Sturm, der das Leben der 14-Jährigen verändern wird.

Neuss. Wie in Zeitlupe wird Lia von einem heftigen Sturm weggeweht. Ihr Freund Milan versucht, sie festzuhalten. Die Bühne wird dunkel, in der Ferne zersplittert Glas. Die Proben für die Uraufführung des Stücks „2050 – Ein Tag im November“ lassen schon erahnen, wie Regisseur und Schauspieler im Rheinischen Landestheater die Folgen des Klimawandels darstellen.

In der Zukunft werden alle Gesichter tätowiert sein

„Die Geschichte spielt in der Zukunft, wir mussten versuchen, dem Publikum das verständlich zu machen“, erklärt Ann Heine, die verantwortlich ist für das Bühnenbild und die Kostüme. „Ich hab mir also überlegt, wie sich die Zukunft entwickeln könnte. Mit einfachen Mitteln wollte ich eine Andersartigkeit darstellen“, sagt sie. Das versucht sie unter anderem mit aufgemalten Tattoos in den Gesichtern der Schauspieler zu erreichen. „Ich glaube, die Tendenz geht dahin, den eigenen Körper zu verändern“.

Eine Herausforderung war die Inszenierung auch für den Regisseur Joerg Bitterich. „Wenn man der erste ist, der ein Stück auf der Bühne umsetzt, muss viel ausprobiert werden“, erklärt er. Veränderungen sind nur in Absprache mit dem Autor zu realisieren. Da das Werk den Klimawandel behandelt, müssen der Sturm und andere Katastrophen auch adäquat umgesetzt werden. „Wir geben keine Bilder vor sondern jeder Besucher soll seine eigene Phantasie einsetzen“, erklärt Ann Heine.

Das Publikum wird direkt angesprochen

Das Stück von Lorenz Hippe zeigt einen Tag im Leben der 14-jährigen Lia, die in der Zukunft direkt vom Klimawandel betroffen ist. Sie wendet sich an die Menschen in 2011, um sie zu einem Umdenken zu bewegen. Der Adressat ist das Publikum. „An dieser Aufführung ist auch schwierig, dass die Hauptfigur einen Großteil des Textes spricht und viel in ihrem Kopf passiert“, erklärt Bitterich.

Die Probe wurde vor einer zehnten Klasse der Christian- Wierstraet-Realschule aufgeführt, um auch ein Feedback von Jugendlichen zu bekommen. „Für uns ist es schwer einzuschätzen, ob Lia ein Sympathieträger ist oder nicht. Das Feedback der Schüler kann uns helfen“, sagt Theaterpädagogin Stefanie Schnitzler. Das Stück ist für Zuschauer ab 13 Jahren gedacht.

Info Die Premiere ist am Sonntag, 23. Januar, um 18 Uhr im Rheinischen Landestheater an der Oberstraße 95.

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