Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Die Züchter im Rhein-Kreis machen sich immer größere Sorgen um ihre Tiere.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Die Züchter im Rhein-Kreis machen sich immer größere Sorgen um ihre Tiere.
Für Diebesbanden sind ganze Schafsherden ein lukrativer Fang, um mit ihnen Kasse zu machen.

Für Diebesbanden sind ganze Schafsherden ein lukrativer Fang, um mit ihnen Kasse zu machen.

dpa

Für Diebesbanden sind ganze Schafsherden ein lukrativer Fang, um mit ihnen Kasse zu machen.

Grevenbroich. Die Sorgen der Schäfer werden größer. Wölfe und Uhus, die Schafe und Lämmer reißen, machen in verschiedenen Regionen NRWs Schlagzeilen. Weitaus größeren Schaden richten aber Schafdiebe an. „Wir haben keine Chance, wir können ja nicht noch nachts bei den Tieren schlafen und aufpassen“, sagt Hans Lupp, Altschäfer aus Grevenbroich, seit einem Jahr im Ruhestand.

Dem Züchter entstand ein Schaden von über 3000 Euro

Am Samstag wurden von einer Weidefläche im Stadtteil Neukirchen in einer Nacht und Nebelaktion erneut 13 ausgewachsene Tiere gestohlen. Dem Schäfer mit einer Herde von jetzt etwa 110 Tieren entstand ein Schaden von über 3000 Euro. Es sei einer der größten Fälle von Tierdiebstahl in Grevenbroich, wie die Polizei mitteilte. Zwischen Freitag, 20. Mai, 22.30 Uhr und Samstag, 21. Mai, 9 Uhr, seien die Tiere auf bislang ungeklärte Art und Weise von ihrer Weide an der Solaranlage im Bilderstöckchen verschwunden. Der Schäfer konnte keine Schäden an der Umzäunung des Geländes feststellen, so dass ausgeschlossen werden kann, dass die Tiere entlaufen sind. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass Unbekannte im Tatzeitraum das Gatter der Weide öffneten und einige Schafe auf einen Transporter trieben.

Zwei Indizien untermauern die Theorie. „Es wurde außerhalb des Gatters Kot gefunden, was dafür spricht, dass die Tiere dort die Weide verlassen haben müssen“, sagt eine Sprecherin der Polizei. Zudem habe ein Augenzeuge gegen 5.30 Uhr Schafe auf der anliegenden Straße beim Grasen beobachtet.

Angesichts solcher Nachrichten sorgen sich die Schafzüchter zusehend um ihre Tiere. Zu oft seien ihnen Schafe abhandengekommen. Und oft helfe nicht mal der Gang zur Polizei. „Es lohnt sich nicht einmal das Telefonat“, sagt Altschäfer Hans Lupp. „Das Verfahren wird nach drei Wochen ohne Erfolg eingestellt“, sagt er. So ging es in den vergangenen Jahren auch Schäfer Gianmaria Mossa. In diesem Jahr blieb der Grevenbroicher von Diebstählen noch verschont, doch er verlor in den Vorjahren über ein Dutzend Tiere. Einige sind sogar vor Ort geschlachtet worden. Abgetrennte Hufe und einen Schädel hat er aufsammeln müssen. Die Art und Weise sei ein Zeichen, dass es sich dabei um Muslime als Täter gehandelt haben könnte, die vor religiösen Feiertagen die Tiere selbst schächten, um Halales, also „reines Fleisch“, essen zu können. Dr. Stefan Völl, Sprecher des Deutschen Bauernverbandes der Schafzüchter, bestätigt, dass es vor solchen Festen vermehrt zu Schaf-Diebstählen komme.

Einige der Vorfälle ereigneten sich vor muslimischen Feiertagen

Auch jetzt stehen Feiertage an. Der Fastenmonat Ramadan beginnt in zwei Wochen. „Vor den Festtagen wächst die Nachfrage nach den Tieren und das treibt auch den Preis auf 250 oder 300 Euro“, sagt Mossa. Genau das würden kriminelle Banden ausnutzen. Die Polizei kann das zwar nicht bestätigen. Trotzdem sind im Rhein-Kreis Neuss in den vergangenen zwei Jahren sieben Mal gleich mehrere Tiere gestohlen worden. Einige der Daten liegen eng gekoppelt an muslimische Feiertage. Am 3. Januar 2014 wurden in Grevenbroich zehn Tage vor „Maulid“ – dem Geburtstag des Propheten Muhammad – Schafe gestohlen. Dasselbe am 25. August 2015 in Neuss, nur wenige Wochen vor dem Opferfest, sowie am 18. November 2015 in Dormagen – kurz vor dem „Ashura-Fest“, dem Fastentag des Propheten Moses. „Wir ermitteln jetzt wegen Diebstahl“, betont die Polizeisprecherin. Es kann sich aber auch nur um einen dummen Scherz handeln.“

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