Einer von drei Projektentwicklern hat mit den Arbeiten im Neusser Norden begonnen.

Auf der Fläche zwischen Römerstraße und Clarenbachschule haben die Erdarbeiten für ein Wohnquartier begonnen.
Auf der Fläche zwischen Römerstraße und Clarenbachschule haben die Erdarbeiten für ein Wohnquartier begonnen.

Auf der Fläche zwischen Römerstraße und Clarenbachschule haben die Erdarbeiten für ein Wohnquartier begonnen.

Kleinau

Auf der Fläche zwischen Römerstraße und Clarenbachschule haben die Erdarbeiten für ein Wohnquartier begonnen.

Nordstadt. Auf der Neusser Furth wird das Thema Innenverdichtung weiter vorangetrieben. Gleich drei Bauvorhaben mit exakt 100 neuen Wohneinheiten sind dort gerade in Planung, ohne dass sich ihretwegen der Siedlungsrand weiter in die Landschaft ausdehnt.

Im Gegenteil. In einem Fall sind die Erholungssuchenden sogar „Gewinner“, weil ein öffentlicher Grünstreifen, der den Ortsteil Vogelsang in West-Ost-Richtung durchzieht, verbreitert werden kann – von derzeit 13 bis 14 auf mindestens 21 und maximal 50 Meter. „Gut, dass der Grüngürtel gestärkt werden kann“, lobt die Stadtverordnete Ingeborg Arndt (Grüne) die Pläne des Investors Jakob Durst. Und Mirza Kehonjic-Tiede (SPD) ergänzt: „Als Nachbar kann ich sagen: Das fügt sich da gut ein.“

Verfahren für Bebauungsplan soll beschleunigt werden

Das Unternehmen Durst ist der jüngste Bauinvestor auf der Furth. Zehn Wohnhäuser, aufgeteilt in fünfmal zwei Doppelhaushälften, will die Firma südlich der Mühlenbachstraße errichten. Dazu hat sie eine Fläche von 4583 Quadratmetern erworben, die zum Teil als Kleingartenanlage genutzt worden war. Gut 1300 Quadratmeter gibt der Investor davon nach Angaben der Stadt für den Grünzug ab. Weil die Fläche kleiner ist als zwei Hektar, soll der für das Vorhaben erforderliche Bebauungsplan in einem beschleunigten Verfahren ermöglicht werden. Eine Vorgabe dazu gibt es schon: Die zweigeschossigen Neubauten sollen unter der Firsthöhe der benachbarten Gebäude bleiben, damit ein harmonischer Übergang Richtung Grünzug entsteht.

Schon deutlich weiter ist die Bayerland Wohnimmobilien GmbH, die in Sichtweite des Hauptbahnhofes an der Katharina-Braeckeler-Straße Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 62 Wohnungen bauen will. Damit darf sie wohl schon bald anfangen, denn der Bebauungsplan soll durch den Rat am Freitag abschließend beraten und – eine Zustimmung vorausgesetzt – genehmigt werden. Kritiker dieses Neubauprojektes ist allein die Fraktion „Die Linke“. Ihrem Fraktionsvorsitzenden Roland Sperling geht gegen den Strich, dass der Investor zwar von einem „teils preisgünstigen Mietwohnungsbau“ spricht, aber keine einzige der 62 Wohnungen öffentlich gefördert und damit auch für Menschen mit Wohnberechtigungsschein erschwinglich ist.

42 Wohneinheiten entstehen dort, wo einst Haus Vogelsang stand

Noch weiter als die Bayerland Wohnimmobilien GmbH ist wiederum die Deutsche Reihenhaus AG mit Sitz in Köln. Sie hat damit begonnen, auf dem Gelände von Haus Vogelsang 28 Reihenhäuser und 14 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zu errichten. „An der Stingesbachaue“ hat der Bauträger sein Vorhaben im Winkel von Furtherhof- und Römerstraße genannt, mit dem er sich auf Neuland wagt: Erstmals steigt die Reihenhaus AG, die schon in Allerheiligen und Korschenbroich Familien zum Traum vom Eigenheim verholfen hat, in den Geschosswohnungsbau ein.

An das Haus Vogelsang, wo jahrzehntelang Pferde in ihren Boxen standen und Freizeitreiter ihrem Hobby nachgehen konnten, erinnert derzeit nichts mehr. Für Spaziergänger an der Römerstraße eröffnen sich daher ganz neue Perspektiven – zumindest vorübergehend.

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