Im Mai soll Torsten W., der in den 90er Jahren unter anderem in Neuss und Grevenbroich gespielt hat, seinen Vermieter erschlagen haben.

Justiz
Der Ex-Mittelfeldspieler war unter anderem bei den Amateuren von Fortuna Düsseldorf, beim VfR Neuss und dem Tus Grevenbroich aktiv.

Der Ex-Mittelfeldspieler war unter anderem bei den Amateuren von Fortuna Düsseldorf, beim VfR Neuss und dem Tus Grevenbroich aktiv.

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Der Ex-Mittelfeldspieler war unter anderem bei den Amateuren von Fortuna Düsseldorf, beim VfR Neuss und dem Tus Grevenbroich aktiv.

Tübingen/Rhein-Kreis Neuss. Es war der 23. Mai 2013: Anstatt seine Schulden in Höhe von mindestens 137 500 Euro zu begleichen, soll der frühere Fußballer Torsten W. seinen Vermieter und Club-Sponsor, den 61-jährigen Kurt S., im Schwarzwald erschlagen haben. Am Freitag begann der Prozess vor dem Landgericht Tübingen. Die Anklage lautet: Mord aus Habgier sowie sonstigen niedrigen Beweggründen. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes droht dem 44-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Angeklagte machte in Orken seinen Trainerschein

In den 90er Jahren lebte W. in Grevenbroich, spielte unter anderem für die Amateure von Fortuna Düsseldorf, für den VfR Neuss und den TuS Grevenbroich, machte nach seiner aktiven Zeit in Orken den Trainerschein.

2008 zog W. dann in den Schwarzwald und trainierte von da an bis zum Frühjahr 2012 den Kreisligisten VfL Hochdorf aus Nagold. Kurt S. war einer der Sponsoren und Vermieter des Angeklagten, lieh ihm die sechsstellige Summe. Als S. das Geld nicht zurückbekam, begann er Druck auszuüben. Im Mai kam es dann zur Tat – so die Anklage. Torsten W. soll in der Wohnung des Opfers in Nagold-Hochdorf mindestens sechsmal wuchtig mit einer rund 40 Zentimeter großen, aus Messing gefertigten Buddha-Statue auf den Kopf von Kurt S. eingeschlagen haben. Mit zwei Schlägen habe er ihn dabei von vorn im Gesicht versetzt. Als S. bereits am Boden lag, sollen mindestens vier weitere Schläge erfolgt sein.

Nach der Tat wickelte W. laut Anklage einen Flickenteppich um den Kopf des Geschädigten, den er für tot hielt. Entweder durch die Schläge oder durch Ersticken infolge des Umwickelns verstarb Kurt S.

Letztes Jahr legte W. ein Teilgeständnis ab

Der Angeklagte wollte – so der Vorwurf in der Anklageschrift – durch die Tötung erreichen, dass S. die Rückzahlung des fälligen Darlehens nicht mehr durchsetzen konnte. Außerdem soll er so versucht haben, zu verhindern, dass seine Frau von den Schulden erfährt. Das Opfer soll dies als Drohung formuliert haben, wodurch W. das Ansehen in seiner Familie und gegenüber seiner Ehefrau als gefährdet sah.

Schon in Grevenbroich soll es Gerüchte über Geldprobleme des Angeklagten gegeben haben, erinnerte sich Ralf Bedürftig, der ihn als Trainer der SG Orken ablöste, im vergangenen November.

Ende letzten Jahres hat W. ein Teilgeständnis abgelegt, wie Thomas Geiger, Sprecher am Landgericht Tübingen erklärte. Er räumte demnach ein, das Opfer getötet zu haben – jedoch nicht vorsätzlich.

Im Laufe des Prozesses, für den bisher acht Prozesstage angesetzt sind, sollen auch Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden. Bereits im Vorfeld hat ein Psychiater den Ex-Mittelfeldspieler untersucht. Er kam nicht zu dem Ergebnis, dass eine verminderte oder aufgehobene Schuldfähigkeit vorliegt.

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