Eine „Erwin-Brücke“ über die A44 stößt bei Meerbuschern auf viel Kritik.

Meerbusch. Überrumpelt fühlen sich viele Meerbuscher von dem Vorstoß aus der Landeshauptstadt, die A44-Flughafenbrücke nach dem verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin zu benennen. Auch am WZ-Mobil am Mittwoch auf dem Marktplatz in Strümp, per Mail, Fax oder am Telefon überwiegt eine ablehnende Haltung. Einige wenige begrüßen den Vorschlag aber auch.

Befürworter der Erwin-Brücke sind rar gesät - oder schweigsam

Wie Andreas Galazka: "Joachim Erwin hat nicht nur viel für Düsseldorf getan. Auch wir Meerbuscher profitieren von der LTU-Arena oder dem Burgwächter Castello in Reisholz. Daher finde ich die Idee gut."

Das sieht Gerda van der Hidden ganz ähnlich: "Erwin hat viel für Düsseldorf und die Umgebung geleistet. Es gibt jede Menge Veranstaltungen. Das bringt Geld und lockt Touristen an."

Dem kann sich Manfred Rittermann überhaupt nicht anschließen: "Ich bin für Niederrhein-Brücke, das war ja auch die ursprüngliche Idee. Was haben wir mit Joachim Erwin am Hut? Düsseldorf sollte sich nicht ständig einmischen. Der größere Teil der Brücke gehört zu Meerbusch."

Noch krasser formuliert es Heidi Hilden-Hellwig: "Erwin hat sich als Alleinherrscher aufgespielt, so eine Ehrung darf nicht sein!"

Ähnlich verärgert ist auch Werner Strittmatter: "Der Ausbau der A44 und der Widerstand dagegen haben sich lange genug hingezogen. Allgemein wird man in Meerbusch ohnehin nicht gefragt. Ich habe die Nase voll vom Düsseldorfer Promi-Klüngel", meint er. Allenfalls die Umbenennung in Johannes-Rau-Brücke würde er unterstützen. Sein Sohn fügt hinzu: "Mein Vorschlag wäre: Brücke der Begegnung - etwas, was Erwin */ eher fremd war."

Erwin hat sich um Belange Düsseldorfs verdient gemacht

In eine vergleichbare Richtung geht die Argumentation von Fritz Neumann: "Joachim Erwin mag sich um die Belange der Stadt Düsseldorf verdient gemacht haben. Das rechtfertigt aber noch lange nicht die Namensgebung eines Bauwerks dieser Bedeutung. Flughafenbrücke ist schon in Ordnung. Brücken verbinden - was man bei Herrn Erwin ja nicht immer voraussetzen konnte."

Gedanken hat sich auch Erika Veldhoen gemacht: "Eigennamen sind wenig hilfreich bei der Suche nach dem richtigen Weg. Dann schon eher nach Himmelsrichtungen, wie Nord- oder Südbrücke. Für jemand wie mich, der 1969 im damals noch ruhigen Meerbusch ein Häuschen gebaut und später gegen die Autobahn demonstriert hat, ist das ohnehin ein Reizthema."

Einer Meinung sind Ursula Welzer, eine in Düsseldorf geborene Kaarsterin, und die Büdericherin Ursula Garske: "Das ist doch Humbug. Der Name soll bleiben wie er ist, die Flughafenbrücke führt nun einmal zum Flughafen. Wenn schon Umbenennung, dann in Johannes-Rau-Brücke. Erwin war doch borniert."

Der gebürtige Düsseldorfer Uwe Karnapp wohnt seit 25 Jahren in Lank. Er meint: "Ich gehe immer noch regelmäßig zur DEG und fahre jeden Tag über die Brücke, weil ich bei Daimler arbeite. Dennoch stehe ich einer Umbenennung in Erwin-Brücke ablehnend gegenüber."

Alexander Werner denkt überregional: "Abgesehen davon, dass Düsseldorf sich nicht einfach über Meerbusch hinwegsetzen kann, sollte eine Brücke übergebietlich eine Funktion erkennen lassen. Das kann der Name einer Person nicht leisten. Während ich Niederrheinbrücke zunächst gut fand, ist Flughafen-Brücke gerade für den gesamten linken Niederrhein besser."

Ihre Meinung hat Renate Kofner sogar dem Bundesverkehrsminister in einem Brief mitgeteilt: "Soll Erwin der Brücke seinen Namen geben? Nein. Soll die Brücke ihren jetzigen Namen behalten? Auch keine gute Idee. Mehrheitlich waren wir Meerbuscher vor sieben Jahren für Niederrheinbrücke. Ein Bundesverkehrsministererlass hat uns den Namen Flughafenbrücke beschert. Erleben wir nun den zweiten Ministererlass für die gleiche Brücke mit einem Namen, den wir auch nicht wollen?"

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