Interview: Wirtschaftsförderin Heike Reiß will Unternehmen beraten, unterstützen, informieren.

WZ-Interview
Heike Reiß kümmert sich vom Rathaus in Büderich aus um die Meerbuscher Unternehmen.

Heike Reiß kümmert sich vom Rathaus in Büderich aus um die Meerbuscher Unternehmen.

Heike Reiß kümmert sich vom Rathaus in Büderich aus um die Meerbuscher Unternehmen.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Heike Reiß kümmert sich vom Rathaus in Büderich aus um die Meerbuscher Unternehmen.

Meerbusch. Die ersten drei Monate sind vorbei, die ersten Runden durch Meerbuscher Unternehmen gedreht, Vorgänger Klaus F. Malinka ist im Ruhestand: Heike Reiß (45) ist seit Jahresbeginn die Wirtschaftsförderin der Stadt Meerbusch. Es ist zu früh für sie, um ein Konzept aus der Tasche zu zaubern. Aber es ist spät genug, nach ersten Eindrücken und Ideen zu fragen.

WZ: Frau Reiß, drei Monate lang hat Ihr Vorgänger Sie mit Meerbusch vertraut gemacht. Wie haben Sie die Zeit erlebt?

Reiß: Ich habe die Gewerbegebiete und einige Unternehmen kennengelernt und weiß jetzt sicher: Mein hehrer Wunsch, alle kennenzulernen, wird sicherlich so schnell nicht in Erfüllung gehen. Bei 5268 Unternehmen, optimistisch geschätzten drei Firmenkontakten pro Tag und 250 Arbeitstagen würde ich dafür sieben Jahre benötigen.

„Natürlich kann mich jedes Unternehmen ansprechen – egal, ob klein oder groß.“

Heike Reiß

WZ: Wie begegnet man Ihnen?

Reiß: Alle haben mich hier in Meerbusch mit offenen Armen empfangen.

Heike Reiß (45) hat Industriekauffrau gelernt, bei Alu Norf gearbeitet. Später studierte sie Verwaltungswissenschaften und wechselte dann zum neuen Arbeitgeber, dem Rhein-Kreis Neuss. Die letzten zehn Jahre war sie dort in der Wirtschaftsförderung tätig. Heike Reiß lebt in Kaarst.

WZ: Was haben Sie seit Jahresbeginn unternommen?

Reiß: Ich bin dabei, neben den Unternehmen auch die Kollegen in der Verwaltung kennenzulernen, um herauszufinden, wo wir zusammenarbeiten können.

WZ: Haben Sie Anknüpfungspunkte gefunden?

Reiß: Offenkundige Berührungspunkte gibt es beispielsweise mit den Bereichen Finanzen, Planung, Liegenschaften oder auch Ordnung.

WZ: Haben sich dadurch schon konkrete Projekte ergeben?

Reiß: Wir wollen zum Beispiel das Serviceangebot der Stadt für Unternehmen noch besser kommunizieren. Für Themen wie Gewerbeanmeldung, Gewerbesteuerfragen oder freie Gewerbegrundstücke haben wir kompetente Ansprechpartner in der Verwaltung, die man in einem „Unternehmer-Wegweiser“ zusammenfassen könnte. Hier wollen wir uns künftig regelmäßig austauschen.

WZ: Steht etwas auf Ihrer Streichliste?

Reiß: Eine Streichliste habe ich nicht. Aber bei unserer Vierteljahresschrift „Blickpunkt Wirtschaft“ wird es eine Überarbeitung geben. Die Firmenporträts bleiben, aber zusätzlich sollen Informationen zum Beispiel über Fördermittel oder andere wirtschaftspolitische Maßnahmen dort Platz finden. Mehr Service, mehr Infos: Der Bedarf ist da.

WZ: Haben Sie schon Ideen für die Wirtschaft in Meerbusch?

Reiß: Die Wirtschaftsförderung kann mehr für die Unternehmen in Meerbusch tun, sie miteinander vernetzen und Kontakt-Plattformen schaffen. Ein Weg dahin könnte eine Vortragsveranstaltung zu einem wirtschaftsrelevanten Thema sein.

WZ: Viel Spielraum für neue Gewerbeansiedlungen haben Sie in Meerbusch nicht.

Reiß: Das stimmt leider. Aber langfristig gibt es noch das Böhler-Erweiterungsgelände und das interkommunale Gewerbegebiet Mollsfeld III. Im Moment vermarkten wir das neue Gewerbegebiet Bundenrott neben dem neuen Bauhof an der A 57 in Strümp.

WZ: Ab welcher Größenordnung kümmert sich die Wirtschaftsförderin Heike Reiß persönlich um einen Betrieb?

Reiß: Natürlich kann mich jedes Unternehmen ansprechen – ganz gleich, ob klein oder groß.

WZ: Sie wollen sich als Ansprechpartnerin für Wirtschaftsfragen platzieren. Wurde das schon bemerkt?

Reiß: Ja. Auffällig viele Besucher kommen mit Anliegen zu mir, die in der Verwaltung bereits bekannt sind, und versuchen, sie mir erneut vorzutragen. Umso wichtiger ist es für mich, den Kontakt zu den Kollegen zu pflegen.

WZ: Wie wichtig sind Mittagessen als Instrument der Wirtschaftsförderung?

Reiß: Sicherlich ist es in der ein oder anderen Situation hilfreich, außerhalb der Firmenräume in lockerer Atmosphäre miteinander zu reden. Es werden andere Dinge angesprochen, und man nimmt sich automatisch mehr Zeit. Gerne bin ich für die Unternehmer aber so flexibel, dass es auch ein Abendessen sein kann.

WZ: Apropos: Ihre Dienstzeiten entsprechen nicht dem Beamten-Klischee, oder?

Reiß: Nein, meine Arbeitszeiten orientieren sich an den Interessen der Unternehmen. Es ist klar, dass ich nicht um 17 Uhr den Griffel fallen lasse, allerdings bin ich in der Regel auch nicht morgens um 7 Uhr im Büro.

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