Nachfrage nach den Mini-Tresoren ist in Meerbusch mancherorts größer als das Angebot. Durch die Umwandlung der Sparkassen-Geschäftsstelle an der Buschstraße in ein Selbstbedienungs-Center könnte sich die Situation verschärfen.

Nachfrage nach den Mini-Tresoren ist in Meerbusch mancherorts größer als das Angebot. Durch die Umwandlung der Sparkassen-Geschäftsstelle an der Buschstraße in ein Selbstbedienungs-Center könnte sich die Situation verschärfen.
Bankschließfächer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch die Polizei rät dazu, Wertvolles in den kleinen „Schubladen“ zu verstauen.

Bankschließfächer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch die Polizei rät dazu, Wertvolles in den kleinen „Schubladen“ zu verstauen.

dpa

Bankschließfächer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch die Polizei rät dazu, Wertvolles in den kleinen „Schubladen“ zu verstauen.

Ein Raum mit Stahltürchen in Schubladengröße, sauber durchnummeriert wie die Briefkästen einer Mietskaserne – das ist der Ort, an den Sparer immer häufiger flüchten, wenn sie die Angst vor Krisen packt: Bankschließfächer als letztes Refugium für das, was einem lieb und teuer ist, boomen – auch in Meerbusch. „Wir bieten Fächer an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet an und führen dafür bereits seit einigen Jahren Wartelisten“, bestätigt Carsten Thören von der Volksbank Meerbusch.

Heißt: Die Nachfrage nach den Außer-Haus-Mini-Tresoren ist mancherorts jetzt schon größer als das Angebot. Durch die Umwandlung der Geschäftsstelle der Sparkasse Neuss in Strümp in ein Selbstbedienungscenter könnte sich dieses Ungleichgewicht noch weiter verstärken.

„Alles, was einen größeren Wert hat und nicht regelmäßig getragen wird, sollte außerhalb der eigenen vier Wände sicher in einem Schließfach untergebracht sein.“

Daniela Dässel, Polizeisprecherin

„Die Bankschließfächer, die wir derzeit an der Buschstraße haben, werden aufgelöst, weil ab April kein Personal mehr vor Ort sein wird, das bei technischen Defekten eingreifen kann“, erklärt Sparkassensprecher Raimund Franzen: „Wir können aber all unseren Kunden einen Ersatz in der näheren Umgebung – in Osterath, Lank und Büderich, aber zum Beispiel auch in Kaarst – anbieten.“ Dort, sagt Franzen, sei noch ausreichend Platz.

Die Differenzsumme für ein größeres Fach übernehme die Sparkasse, wenn kein gleichgroßes mehr zu bekommen sei. „Die Frage ist in diesem Zusammenhang, wie häufig der Kunde an sein Schließfach muss. Wenn das nicht ständig der Fall ist, lohnt es sich vielleicht auch, zugunsten der Sicherheit etwas weiter zu fahren“, sagt Franzen.

Die Polizei kann diese Empfehlung nur unterstreichen. „Alles, was einen größeren – möglicherweise auch nur ideellen – Wert hat und nicht regelmäßig getragen wird, sollte außerhalb der eigenen vier Wände sicher in einem Schließfach untergebracht sein“, rät Polizeisprecherin Daniela Dässel. Das schütze zwar nicht vor einem Einbruch und dem schlimmen Gefühl, das damit verbunden sei. Aber ein Bankschließfach schütze vor Verlust.

In Strümp sind ab April keine Mitarbeiter mehr vor Ort

„Aus Kundengesprächen wissen wir, dass ein Hauptgrund für ein Schließfach die Sorge vor Einbrüchen ist“, sagt auch Carsten Thören. „Es gibt zudem eine generelle Unsicherheit, was die Zinssituation und gesetzliche Entwicklungen betrifft. Die öffentliche Diskussion um eine mögliche Abschaffung des Bargelds ist da nur ein Beispiel.“

Die Geschäftsstelle der Sparkasse Neuss an der Buschstraße in Strümp wird 2017 in eine sogenannte SB-Servicestelle umgewandelt. Ab dem 1. April werden die Kunden dort nicht mehr von Mitarbeitern bedient. Geld abheben oder überweisen, Daueraufträge ändern, Kontoauszüge ausdrucken – all das läuft dann ausschließlich nur noch über Automaten. Grund für die Umstrukturierung sei das veränderte Kundenverhalten, heißt es bei der Sparkasse. Immer mehr Menschen nutzten beispielsweise die App auf dem Handy, um ihren Kontostand von unterwegs abzurufen oder das Online-Banking, um Geldgeschäfte von zu Hause aus zu regeln.

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