Bürger wollen Brandstifter abschrecken und Sicherheitsgefühl im Dorf stärken.

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Hier ist ein Auto in Flammen aufgegangen (v.l.): Jörg Kroes, Albrecht Korff, Wolfgang Miller und Gerd Michler auf dem Parkplatz am Rudolf-Lensing-Ring, wo zuletzt vier Fahrzeuge in einer Nacht brannten.

Hier ist ein Auto in Flammen aufgegangen (v.l.): Jörg Kroes, Albrecht Korff, Wolfgang Miller und Gerd Michler auf dem Parkplatz am Rudolf-Lensing-Ring, wo zuletzt vier Fahrzeuge in einer Nacht brannten.

Ingel

Hier ist ein Auto in Flammen aufgegangen (v.l.): Jörg Kroes, Albrecht Korff, Wolfgang Miller und Gerd Michler auf dem Parkplatz am Rudolf-Lensing-Ring, wo zuletzt vier Fahrzeuge in einer Nacht brannten.

Osterath. Die jüngste Brandstiftungsserie gab den Ausschlag: 1300 Postwurfsendungen hat eine Aktionsgemeinschaft am Wochenende in Osterath zustellen lassen. Die Resonanz kam sofort. Am Montagmorgen zählte Wolfgang Miller bereits 15 Mails, in denen ihm und seinen Mitstreitern finanzielle Unterstützung für ihre Idee zugesagt wird: Mit einem Mindestbeitrag von 20 Euro wollen sich Bürger an der Finanzierung eines privaten, professionellen Wachdienstes beteiligen.

Privatleute wollen den privaten Aufpasser finanzieren

100 bis 110 Personen benötige man, um den Wachmann zu finanzieren, der möglichst ab Juni in Osterath Patrouille fahren und gehen soll – vornehmlich in den Bereichen Rudolf-Lensing-Ring, Bommershöfer Weg und Max-Ernst-Straße.

Er soll potenzielle Brandstifter abschrecken, Sach- und Personenschäden verhindern, mögliche Tatverdächtige der Polizei melden. So umschreibt es Wolfgang Miller, der diese Aktion mit seiner Frau, mit den Familien von Jörg Kroes und Ralph Hibben sowie Albrecht und Rita Korff initiiert. Einen Namen hat ihre Aktionsgemeinschaft nicht, wohl aber ein Logo: eine Flamme, die ins Dunkel züngelt – Sinnbild offenbar für die Brandstiftungen, die Anlass zu der Eigeninitiative waren.

„Wir wollen für mehr Sicherheit in Osterath sorgen, den Leuten ein besseres Gefühl vermitteln“, erläutert Miller. „Abschreckung ist das oberste Ziel, und vielleicht sieht der Wachmann ja wirklich etwas.“ In diesem Fall werde er die Polizei verständigen, die im Vorfeld über seine Dienstzeiten informiert würde, betont Miller.

Die Aktionsgemeinschaft will den Aufpasser an fünf Tagen in der Woche fünf Stunden lang vor Ort wissen, das Projekt soll bis zum Jahresende laufen. „Das ist ein überschaubarer Zeitraum“, sagt Miller. Ein früherer Abbruch, falls der oder die Täter gefasst würden, sei aber ebenso möglich wie eine Verlängerung. Ein Anrecht, dass vor ihrem Haus besonders intensiv kontrolliert wird, haben die Financiers nicht, aber: „Straßen und Wege, aus denen keine Beteiligung erfolgt, werden gegebenenfalls nicht berücksichtigt“, heißt es.

Die Stadt hält die Verpflichtung eines privaten Wachdienstes „nicht für eine optimale Lösung“, wie Stadtsprecher Michael Gorgs sagt. Das Vorhaben sei den Bürgern unbenommen, aber: „So flächendeckend haben wir das noch nicht gehabt.“ Die Stadtverwaltung setze auf verstärkte Präsenz und die Ermittlungen der Polizei, unterstreicht Gorgs.

Diese Haltung formuliert auch Heiko Bechert als Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung deutlich: „Polizeiaufgaben bleiben Polizeiaufgaben. Und die Polizei wird das Problem lösen – wie in anderen Städten auch.“

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