Jörg Bremer setzt die Gastpredigt-Reihe fort und erntet viel Beifall.

Jörg Bremer.
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Red

Jörg Bremer.

Die Bänke der Bethlehemkirche waren voll besetzt. Vakanz-Pfarrerin Susanne Pundt-Forst wusste warum: „Viele von Ihnen freuen sich auf unseren Gastprediger und seine Sichtweise auf Reformation und Ökumene.“

Die Pfarrerin verstand es, neben ihrer Ermutigung zur Förderung der Religionsgemeinschaft die Spannung auf Jörg Bremer hochzuhalten. Der in Rom und dem Vatikan tätige FAZ-Korrespondent war in Büderich als Gastprediger in der von den Evangelischen Kirchengemeinden Meerbusch angesetzten Predigtreihe zum Thema Reformation angekündigt worden. Obwohl er bekannte, dass ihm „so etwas noch nie widerfahren und er deshalb reichlich nervös sei“ wurden die Erwartungen übertroffen.

Mitreißend, temperamentvoll, schlagfertig und überzeugend vertrat der Korrespondent von der Kanzel aus seine Meinung und machte keinen Hehl daraus, dass er „auf die Hilfe des Heiligen Geistes hofft“. Dieser wurde im Verlauf der folgenden knapp 30 Minuten gemeinsam mit dem im vierten Jahrhundert wirkenden Bischof Basilius und dessen Schrift über den Heiligen Geist zur zentralen Figur. Damit hielt Jörg Bremer gewissermaßen ein Plädoyer für den Heiligen Geist: „Er hat auf viele Dinge eine Antwort.“ Niemand müsse auf ihn warten, er sei längst da, „wir müssen ihn nur hören.“

„Man muss die konfessionellen muffigen Familientürme verlassen.“

Jörg Bremer, Vatikan-Korrespondent

Martin Luther und seine Reformation gelten als Vorbild. In Rom werde Luther neu entdeckt, aber noch immer mit Misstrauen betrachtet: „Seine Nähe ist spürbar.

Trotzdem bleibt er häufig der Kirchenspalter.“ Beide Konfessionen sprechen vom ökumenischen Zeitalter: „Aber zu einem radikalen Umdenken ist man nicht bereit.“ Jörg Bremer zitierte „konfessionelle muffige Familientürme“ und forderte auf, sie zu verlassen: „Das würde einen positiven Dialog mit den Muslimen fördern.“

Es gab von der Kanzel aus auch Einblicke in das Leben und Tun im Vatikan und letztendlich wurde diese mit vielen nachhaltigen Denkansprüchen gespickte Gastpredigt in der Bethlehemkirche mit anhaltendem Applaus gewürdigt. Viele der Besucher nutzten die Gelegenheit, im Foyer mit dem Korrespondenten ins Gespräch zu kommen. Jörg Bremer – in Begleitung seiner Ehefrau - freute sich, auch viele hier und in der Region lebende Verwandte und Freunde begrüßen zu dürfen: „So ist mir Meerbusch irgendwie näher gekommen.“ mgö

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