Investor präsentiert Konzept für ein Luxushotel. CDU, SPD und UWG stimmen zu.

haus meer
Zuversichtlich: der mögliche Investor Ralf Ohletz Graf von Plettenberg (l., Regent-Hotelgruppe) und Grundstückseigentümer Roland Agne.

Zuversichtlich: der mögliche Investor Ralf Ohletz Graf von Plettenberg (l., Regent-Hotelgruppe) und Grundstückseigentümer Roland Agne.

So könnte das Hotel im Weyhe-Park liegen: Von Norden trifft der Besucher auf den Bogenbau, an den sich die Schloss-Remisen-Bebauung anschließt. Das u-förmige Gebäude ist der heutige Gutshof. Fotos (2): Ingel

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Zuversichtlich: der mögliche Investor Ralf Ohletz Graf von Plettenberg (l., Regent-Hotelgruppe) und Grundstückseigentümer Roland Agne.

Büderich. Robert De Niros Synchronstimme kommentiert schmeichelnd die sanfte Kamerafahrt über grüne Wiesen, den Tanz der filigranen Pusteblume und Bilder von entspannten Menschen in luxuriöser Umgebung.

„Historische Schätze“, „einzigartiges Vermächtnis“, „kulturelles Denkmal“ – es fehlt kein Schlüsselwort.

Das war die Einstimmung auf das Regent-Hotel Haus Meer. Der aufwändig gedrehte Werbefilm bildet den ungewöhnlichen Start der Planungs- und Kulturausschusssitzung, in der es am Montagabend um die Konzeption eines Hotels auf dem denkmalgeschützten historischen Gelände ging.

Um die Träume des Grundstücksbesitzers Roland Agne von einer Erschließung und Vermarktung des Grundstücks nach 20 Jahren wahr werden zu lassen, wie er es formulierte, reiste Ralf Ohletz Graf von Plettenberg als Präsident der Regent-Gruppe aus Taiwan nach Büderich: um einen Rückzugsort für Menschen zu schaffen, die das Besondere suchten, Ruhe und Natur.

„Es sind Sternschnuppen, die uns in die Hände gefallen sind“, sagt Graf von Plettenberg, der für die Regent-Gruppe nach eigenen Angaben bereits 35 Luxushotels gebaut hat: „Wir brauchen das nicht, aber es ist eine Chance für Meerbusch.“

Das Regent-Hotel soll 75 Einheiten haben, zwischen 60 und 140 Quadratmeter groß, Suiten in der Remise sollen mit Privatgärten und Spa-Bereich ausgestattet werden. Im Hotel gibt es Restaurants, Orangerie und Brasserie, einen Gesundheits- und einen Fitnessclub, einen Weinkeller im unterirdischen Gewölbe (Innenhof) und eine Bibliothek („klösterliche Tradition“), die sich über zwei Stockwerke zieht. Ein Festsaal für bis zu 199 Menschen ist mietbar. Die technischen Versorgungseinheiten verschwinden ebenso wie die Garage unter die Erde.

Nach so viel Poesie war es Aufgabe des Architekten Dietmar Haasen (Planungsgruppe B, Düsseldorf), die Fakten zu benennen: Der gesamte Hotelbau sei zum Schutz des Denkmals nach Süden verschoben, die Zahl der Einheiten – zwischen 60 und 140 Quadratmeter große Zimmer und Suiten – sei von 80 auf 75 reduziert, die Tiefgarage vom Innenhof auf die von der Leyen’sche Obstwiese hinter der Remise außerhalb des Geländes verlegt.

Weil Gutachter die Erschließung von Süden wegen des Knotenpunkts (Kreuzung/K-Bahntrasse) ausschließen, sei die Norderschließung mit einem Durchbruch durch die (denkmalgeschützte) Immunitätsmauer die einzige Möglichkeit.

Für Jörg Schleifer (FDP) ist dieser überarbeitete Entwurf nicht denkmalverträglich, und auch Jürgen Peters (Grüne) wertete die angekündigten Veränderungen als „marginal“.

Angesichts dieser erneut kritischen Stimmen und seiner Überzeugung, dass die wesentliche Forderung – die Verlegung der Tiefgarage – erfüllt sei, machte Grundstückseigentümer Roland Agne aus seinem Unwillen keinen Hehl: Irgendwann müssten die Politiker über ihren Schatten springen, „sonst war das mein letzter Auftritt in Meerbusch.

Ich habe keinerlei Lust mehr und will wissen, ob ich das weiterverfolgen soll – Ja oder Nein“. Erst mit einem positiven Votum gehe er in die Abstimmung mit den Denkmalbehörden.

Das Signal gaben CDU, SPD und UWG. CDU-Fraktionschef Werner Damblon: „Das Hotel passt und ist gut!“ Seine Fraktion werde im Rat eine Grundsatzentscheidung beantragen, dann könne ein Kompromiss mit der Denkmalbehörde gesucht werden.

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