Auf dem Papier ist die Turnhalle des Mataré-Gymnasiums wieder freigegeben. Insgesamt 200 Flüchtlinge hatten in den vergangenen Monaten dort in der Notunterkunft gelebt. Sie sind Mitte April ausgezogen und auf städtische Einrichtungen verteilt worden. Seither ist die Halle also theoretisch nutzbar – jetzt einfach so zum normalen Betrieb zurückkehren, ist aber nicht möglich, wie der Erste Beigeordnete Frank Maatz dem Integrationsausschuss sagte. „Wir befinden uns derzeit noch in Verhandlungen mit dem Land bezüglich des Rückbaus“, sagte Maatz. Es bleiben eben Spuren zurück, wo 200 Menschen gelebt haben, betroffen ist vor allem der Sanitärbereich.

Duschen, Waschräume und WCs waren für Schul- und Vereinssport ausgelegt und nicht für eine Dauernutzung. Der vor dem Einzug der Flüchtlinge eingebaute Abdeckboden und die zusätzlich verlegte Elektrik müssen ebenfalls zurückgebaut werden. Insgesamt, so wird geschätzt, belaufen sich die Kosten dafür auf rund 600 000 Euro. Arbeiten, die vor dem Einzug der Flüchtlinge fällig waren, etwa die Erneuerung der Lüftungsanlage und des Abwassersystems sollen in einem Zug erledigt werden. Es dauert wohl fünf bis sechs Monate, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. „Wir müssen aber realistisch damit rechnen, dass die Halle erst zum Jahreswechsel den Vereinen und für die Beschulung wieder zur Verfügung steht“, sagte Maatz im Ausschuss.

Auch die zweite Notunterkunft im Strümper Meerbusch-Gymnasium mit 400 Bewohnern soll noch in diesem Jahr aufgelöst werden: Stichtag ist der 30. September. „Dort ist mit demselben Prozedere zu rechnen“, sagte Maatz. Allerdings wolle man bis dahin schon „die Hausaufgaben gemacht“ und eigene Gutachten eingeholt haben, um den Prozess zu beschleunigen. Das derzeitige Ziel sei, dass die Turnhalle in Strümp im ersten Quartal 2017 für den Betrieb freigegeben wird.

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