117 Schüler werden in Büderich über die Gefahren des toten Winkels aufgeklärt.

Aktion
Der Fahrer könnte die 14 Kinder und drei Erwachsene trotz der beiden Außenspiegel nicht sehen.

Der Fahrer könnte die 14 Kinder und drei Erwachsene trotz der beiden Außenspiegel nicht sehen.

Viertklässler der Brüder-Grimm-Schule stellen sich im „toten Winkel“ auf.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Der Fahrer könnte die 14 Kinder und drei Erwachsene trotz der beiden Außenspiegel nicht sehen.

Büderich. 14 Kinder und drei Erwachsene stellen sich auf die rote Plane neben dem Truck. Ein Klassenkamerad der Schüler setzt sich in das Führerhaus des Lkws und sieht in den beiden Außenspiegeln – nichts.

Wie eine halbe, theoretisch sogar eine ganze, Schulklasse im toten Winkel eines Lastwagens verschwinden kann, das wurde am Dienstag den 117 Viertklässlern von Brüder-Grimm- und Mauritius-Grundschule anschaulich vor Augen geführt. Der in Düsseldorf ansässige Verein Transportbotschafter hatte für einen Vormittag den 16-Tonner auf dem Franz-Schütz-Platz in Büderich geparkt.

Bis zu zehnmal im Jahr führe man die Aktion zusammen mit den Transportbotschaftern allein im Kreisgebiet durch, erklärt Polizeihauptkommissarin Sabine Porrio. „Weil Kinder einfach dieses Gefahrenbewusstsein nicht haben und im Straßenverkehr Situationen schnell falsch einschätzen.“

Auch Senioren schätzen Situation oft falsch sein

Neben Kindern treffe das auch auf Senioren zu, fügt ihr Kollege Gereon Hogenkamp hinzu. „Daher fahren wir mit dem Truck auch Marktplätze an und versuchen, ältere Passanten, die gerade einkaufen, zu sensibilisieren“, sagt der Polizeihauptkommissar. Besondere Gefahr herrsche, wenn Lastwagen rechts abbiegen wollen. „Da hatten wir im vergangenen Jahr am Berliner Platz in Neuss einen tödlichen Unfall mit einer Seniorin“, sagt Hogenkamp, der rät: Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen und im Zweifel stehenbleiben und warten, auch wenn man als Radfahrer oder Fußgänger Grün hat.

Diese Regel gelte auch für Kinder, die aus einem Schulbus aussteigen und schnell vor oder hinter dem Bus die Straße im Laufschritt überqueren wollen. „Der Busfahrer kann in solchen Situationen schon mal ein Kind aus den Augen verlieren“, sagt Hogenkamp.

Alexander Schröder von den Transportbotschaftern ist überzeugt, dass die vermittelte Warnung einer solchen Situation bei den Viertklässlern im Gedächtnis haften bleibt. „Allerdings müssen sie gerade als noch junge Fahrradfahrer, die nach der Grundschule womöglich den noch wenig bekannten Weg zur weiterführenden Schule in Angriff nehmen, auf so vieles aufpassen, da kann das Wissen um den toten Winkel natürlich nur ergänzenden Charakter haben.“

Das wichtigste Grundwissen, um sich als Kind im Sattel sicher zu fühlen, werde daher bei den Verkehrserziehungen der Polizei in den vierten Klassen der Grundschule gelegt.

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