Struktur der weiterführenden Schulen kommt auf den Prüfstand.

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2007 wurde noch mit Sekt und Häppchen gefeiert: Bürgermeister Dieter Spindler überreichte Schulleiterin Ulrike Attenberger den „Schlüssel“ für das sanierte Hauptschulgebäude. Ungeachtet der Qualität des Hauses und seiner Pädagogen ist die Einrichtung aktuell mangels Nachfrage existenzbedroht. Archiv

2007 wurde noch mit Sekt und Häppchen gefeiert: Bürgermeister Dieter Spindler überreichte Schulleiterin Ulrike Attenberger den „Schlüssel“ für das sanierte Hauptschulgebäude. Ungeachtet der Qualität des Hauses und seiner Pädagogen ist die Einrichtung aktuell mangels Nachfrage existenzbedroht. Archiv

Ingel

2007 wurde noch mit Sekt und Häppchen gefeiert: Bürgermeister Dieter Spindler überreichte Schulleiterin Ulrike Attenberger den „Schlüssel“ für das sanierte Hauptschulgebäude. Ungeachtet der Qualität des Hauses und seiner Pädagogen ist die Einrichtung aktuell mangels Nachfrage existenzbedroht. Archiv

Meerbusch. Während Eltern, Kirche und Teile der Politik an vielen Fronten gegen die mögliche Schließung der Barbara-Gerretz-Schule in Osterath kämpfen, eröffnet sich planmäßig ein weiterer Schauplatz der Meerbuscher Schulpolitik: Aufgrund stagnierender Schülerzahlen und eines geänderten Schulwahlverhaltens der Eltern von Vierklässlern, kommt in den nächsten Monaten die Struktur der weiterführenden Schulen in Meerbusch auf den Prüfstand.

Die für die Betroffenen wohl wichtigste Information: Zwischen dem 26. Juni und 6. Juli dieses Jahres will die Verwaltung die Eltern der Zweit- und Drittklässler direkt nach ihren Wünschen fragen: Haupt- und Realschule, Gymnasium und Gesamtschule sowie die neue Sekundarschule stehen als Schultypus zur Wahl. „Es ist das erste Mal, dass in Meerbusch solch eine Befragung gemacht wird“, betont Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage.

Geplant war sie bereits im Sommer 2011 – damals noch mit Blick auf die Idee einer Gemeinschaftsschule. Das Modell ist vom Tisch. Jetzt wird es neben den etablierten Schultypen um die Sekundarschule, eine neue Schulform, gehen, auf deren Einführung sich eine breite landespolitische Mehrheit geeinigt hat.

Damit die Eltern eine qualifizierte Entscheidung treffen können, sollen sie intensiv über die unterschiedlichen Schultypen informiert werden.

Konzept für die Sekundarschule wird im Mai vorgestellt

Das gilt in besonderem Maß für die Sekundarschule, deren pädagogisches Konzept die Hauptschul- und die Realschulleitungen in Osterath bis Mitte Mai entwickelt haben sollen. Besteht Bedarf, könnte sie schon zum Schuljahr 2013/14 eingeführt werden.

Zurzeit stehen nur Eckpunkte fest: Wie bei der Gesamtschule geht es in der Sekundarschule um das längere gemeinsame Lernen, das sich immer mehr Eltern für ihre Kinder wünschen. Dem Nachwuchs sollen so Optionen offengehalten werden. Integration und Förderung sind zentrale Stichworte.

Die Sekundarschule endet nach der zehnten Klasse, muss aber eine verbindliche Kooperation mit einer anderen Schule eingehen, damit auch Sekundarschüler geradlinig das Abitur erreichen können. Eine eigene Oberstufe soll die neue Schule allerdings nicht haben.

Dezidiert skizziert die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Schulausschusssitzung am 13. März die aktuelle Situation in Meerbusch: zwei stabile Gymnasien, eine Gesamtschule, die aus Platzgründen regelmäßig Schüler abweisen muss, eine Realschule, die auch bei Willicher Schülern beliebt ist sowie eine Hauptschule, die mangels Nachfrage existenzbedroht ist. Sie konnte zuletzt die Mindestzahl von 18 Fünftklässlern nicht aus Meerbusch rekrutieren.

Gesamtschule und Sekundarschule in einer Rubrik

Die Schulverwaltung hofft, dass die Wünsche der Eltern eindeutig sind. Um das Votum eindeutiger interpretieren zu können, werden die Gesamtschule und die Sekundarschule in der Rubrik „längeres gemeinsames Lernen“ aufgeführt. So können sich Eltern diese Grundentscheidung treffen und dann zwischen Gesamtschule oder Sekundarschule differenzieren.

Der Hintergrund ist gesetzlicher Natur: 100 Schüler bräuchte es, eine zweite Gesamtschule einzurichten, 75 reichen aus, um eine Sekundarschule zu gründen. Werden beide Mindestgrenzen und damit ein eindeutiges Votum verfehlt, kann man die Tendenz des Elternwillens berücksichtigen und die Stimmen innerhalb der Rubrik addieren.

Ende März wird der Rat grundsätzlich über die Durchführung der Elternbefragung entscheiden.

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