Einweihung: Kleene Strömper wollen eine Pferdetränke als Kunstwerk.

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Bürgermeister Dieter Spindler, die letzte Bewohnerin des Schmitterhofs, Annemie Bommers, Wolfgang Möller (Kleene Strömper) und Mechthild Bommers-Schulten bei der feierlichen Enthüllung

Bürgermeister Dieter Spindler, die letzte Bewohnerin des Schmitterhofs, Annemie Bommers, Wolfgang Möller (Kleene Strömper) und Mechthild Bommers-Schulten bei der feierlichen Enthüllung

Ingel

Bürgermeister Dieter Spindler, die letzte Bewohnerin des Schmitterhofs, Annemie Bommers, Wolfgang Möller (Kleene Strömper) und Mechthild Bommers-Schulten bei der feierlichen Enthüllung

Strümp. Der Platz an der Xantener Straße/Ecke Buschstraße soll für die Strümper Bürger schon lange zum Zentrum werden, doch bis jetzt hatte er nicht einmal einen Namen. Bürgermeister Dieter Spindler setzte diesem Zustand ein Ende. Am Sonntag enthüllte er das blau-weiße Straßenschild mit der Bezeichnung "Schmitterhof". "Endlich müssen wir nicht mehr von diesem Platz an der Ecke sprechen", freute sich das Stadtoberhaupt.

Hinter dem Namen steckt die Geschichte eines landwirtschaftlichen Hofs mit Poststation, auf dem ehedem auch Pferde gesattelt und beschlagen wurden, bevor sie ihren Weg in Richtung Lank-Latum fortsetzten.

Mechthild Bommers-Schulten (51) wohnte dort zusammen mit ihrer Mutter Annemie Bommers (81) bis Mitte der 60er Jahre. "Für uns wäre eine Sanierung damals zu teuer gewesen, deshalb musste der Hof abgerissen werden." Bis zum Zweiten Weltkrieg habe die Familie auch eine Kaltblutzucht mit über 35Tieren betrieben. Sie freue sich sehr über die Namensgebung des Platzes: "Es ist die Fortführung der Familientradition der Familie Bommers, die im Jahr 1543 ihren Ursprung hat. Außerdem ist es auch ein Zeichen, dass die Landwirtschaft ein fester Bestandteil Meerbuschs ist."

Nachdem der entsprechende Namensvorschlag des Strümper Bürgervereins Kleene Strömper im Hauptausschuss im Mai auf breite Zustimmung gestoßen war, setzten die Kleenen Strömper am Sonntag mit der Präsentation des Modells eines Kunstwerks für die Gestaltung des Platzes ein weiteres Zeichen. Unter dem Motto "Nicht Kunsthandwerk, sondern namhafte Künstler" hatte der Bürgerverein zusammen mit dem Meerbuscher Kulturkreis, dem Heimatkreis Lank und der Kunsthistorikerin Margot Klütsch mehrere Vorschläge von Künstlern entgegengenommen. Letztendlich setzte sich der Modellentwurf des Düsseldorfer Künstlers Klaus Richter gegen den Vorschlag von Christoph Pöggeler durch. Während Pöggeler im Rahmen des Projekts "Säulenheilige" einen säenden Bauern auf dem Schmitterhof präsentieren wollte, kreierte Richter eine Pferdetränke mit zwei plastischen Pferdeköpfen: "Die einfache, adäquate und trotzdem moderne Form hat uns letztendlich überzeugt", erklärt Kunsthistorikerin Klütsch.

Die Arbeit, die voraussichtlich zwischen 25000 und 30000Euro kosten wird, soll in einem Dreivierteljahr auf dem Schmitterhof an der Stelle aufgestellt werden, an der zurzeit noch ein Plakat-Rondell steht. Die Pferdetränke, aus Eifeler Basalt gebaut, soll zwei Meter breit werden, die Pferdeköpfe aus Edelstahl sollen eine Höhe von zwei Metern erreichen. Finanzieren wollen die Kleenen Strömper die Skulptur aus eigenen Mitteln, mithilfe von Spenden und einem Betrag von 6000 Euro, den die Sparkassenstiftung Rhein-Kreis-Neuss stiftete.

Bürgervereinsvorsitzender Wolfgang Möller freut sich bereits auf die Skulptur: "Es soll ein Kunstwerk zum Anfassen und Erobern werden. Wenn die ersten Kinder darauf sitzen, dann hat es seinen Zweck erfüllt."

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