Knapp 70 Einwender kritisieren den Entwurf für drei Fußballplätze.

wza_1500x997_660564.jpeg
Nach dem Willen der FDP soll lediglich der Tennenplatz ausgebaut werden.

Nach dem Willen der FDP soll lediglich der Tennenplatz ausgebaut werden.

Ingel

Nach dem Willen der FDP soll lediglich der Tennenplatz ausgebaut werden.

Strümp. Ganz konkrete Vorstellungen hat die FDP für die Gestaltung des Strümper Sportplatzes. Nach den aktuellen Plänen sind zwischen Mönkesweg und Strümper Busch drei Fußballplätze geplant, zwei davon mit Flutlichtanlagen, sowie ein Clubhaus mit Umkleiden und Sanitäranlagen parallel zum Mönkesweg. Ein Platz reiche, halten die liberalen Sport-Politiker Klaus Brennecke und Michael Bertholdt diesem Modell entgegen.

FDP will nur den Tennenplatz modernisieren

Die beiden FDP-Politiker haben sich die Sportlerzahlen des SSV angeschaut, zwei Liga- und eine Seniorenmannschaft sowie acht Jugendmannschaften gefunden und stellen fest, dass für deren Bedürfnisse ein Kunstrasenplatz mit moderner Flutlichtanlage reiche. Der solle auf dem jetzigen Tennenplatz angelegt werden, Sanitäreinrichtungen könnten an die Martinusgrundschule angebaut, die dortigen Neben- als Clubräume aufgewertet werden.

Mit dieser reduzierten Planung würde man gewiss zahllose Kritiker aus dem Strümper Busch und vom Mönkesweg zufriedenstellen können, sagt Brennecke. Der Rasenplatz, auf dem der SSV zurzeit spielt, solle zudem in die Regie der Stadt zurückgenommen und für jedermann nutzbar werden, auch - aber nicht ausschließlich - für den SSV.

Dass politischer Handlungsbedarf besteht, ist unstrittig - auch in der Politik. Der Protest der Anwohner gegen das Projekt füllt Aktenordner, lässt sich jedoch auf wenige Punkte reduzieren.

Manchen geht es um Grenzwerte und ihre drohende Überschreitung (Licht, Lärm) durch den Sportplatzbetrieb. Die Lösung, die Umwandlung des reinen in ein allgemeines Wohngebiet und damit eine mögliche höhere Belastung der Anwohner, lehnen sie rigoros ab.

Angst vor viel Lärm und Wertminderung

Eigentümer fürchten zudem die Wertminderung der Grundstücke und Häuser, kündigen Klagen und Schadensersatzforderungen an oder sehen "die Interessen der Bürger völlig ignoriert". Es gebe keinerlei Bedarfsanalyse, die drei Fußballfelder notwendig erscheinen ließe, die Planung sei "insgesamt völlig inakzeptabel" und erhebliche Konflikte zwischen Anwohnern und Sportlern seien programmiert.

Stadt wehrt sich gegen Vorwurf mangelnder Information

In der Planungsausschusssitzung am Dienstag, 4.Mai, wird das Thema Sportplatzausbau aufgegriffen, wird die Verwaltungsspitze auf alle Einwendungen eingehen.

Den mehrfach geäußerten Vorwurf, die Stadt habe Grundstückskäufer im Strümper Busch irregeführt und ihnen den Ausbau des Sportplatzes verheimlicht, weist der Technische Dezernent Just Gérard allerdings schon heute energisch zurück: Die Grundstücksmakler der Stadt agierten wie private Unternehmen, erläutert Gérard. "Sie beraten auf das Projekt bezogen, gucken sogar, ob sich das Traumhaus auf der gewünschten Parzelle verwirklichen lässt oder doch besser nebenan", erläutert er.

"Wenn ich einen Lärmschutzwall mitfinanziere, dann frage ich mich doch, warum ich das tue."

Just Gérard, Technischer Dezernent der Stadt Meerbusch

"Aber nicht die Stadt hat eine Bringschuld, was die Informationen über die Umgebungsplanung angeht, sondern der Käufer eine Holschuld." Auf Bebauungsplan und Bauschild sei auf den Sportplatz/Bezirksanlage hingewiesen worden.

Außerdem: "Wenn ich einen Lärmschutzwall mitfinanziere, dann frage ich mich doch, warum ich das tue." Trotzdem wird, was Just Gérard nicht bestätigt, der Sportplatz-Plan zurzeit wohl überarbeitet: Im Mai soll eine abgespeckte Variante vorgelegt werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer