Im Keller der Martinusschule wurde Mittwoch eine neue Pelletheizung installiert.

Gelsenwasser-Vertriebsleiter Thilo Augustin (l.) und Just Gérard greifen in die Vollen.
Gelsenwasser-Vertriebsleiter Thilo Augustin (l.) und Just Gérard greifen in die Vollen.

Gelsenwasser-Vertriebsleiter Thilo Augustin (l.) und Just Gérard greifen in die Vollen.

Altgeld

Gelsenwasser-Vertriebsleiter Thilo Augustin (l.) und Just Gérard greifen in die Vollen.

Strümp. Es wird wieder warm. Zumindest in den Schulgebäuden am Fouesnantplatz in Strümp. Sechs Wochen lang hat die Firma Gelsenwasser aus Recklinghausen während der Sommerferien gearbeitet und im Keller der Martinus-Grundschule eine Holzpellet-Heizung installiert. Am Mittwoch wurde die Hightech-Anlage offiziell in Betrieb genommen.

"Die Heizung hat eine Leistung von 300 Kilowatt", sagt Uwe Haferkamp, Technischer Projektleiter von Gelsenwasser-Energie. Damit soll nicht nur in der Grundschule selbst wohlige Wärme erzeugt werden. Durch eine neue Wärmeleitung werden auch die angrenzende Raphael-Förderschule sowie die Turnhalle versorgt.

Gekostet hat die Anlage mehr als 300 000 Euro - allerdings nicht der Stadt, wie Meerbuschs Technischer Beigeordneter Just Gérard erläutert: "Wir haben ein so genanntes Contracting mit Gelsenwasser abgeschlossen." Die Anlage sowie deren Wartung finanziert also der Vertragspartner, die Firma Gelsenwasser.

Der Stadt wird neben einem monatlichen Grundpreis von 4200 Euro die tatsächlich verbrauchte Wärme in Rechnung gestellt (63 000 Euro pro Megawattstunde). Die benötigte Wärmemenge liegt bei etwa 900 000 Kilowattstunden jährlich.

Besonders im Fall der Raphaelschule bestand akuter Erneuerungsbedarf. Seine Wärme bekam das Gebäude seit dem Bau in den 70er Jahren über ein Nachtspeicher-Heizungssystem, das aufgrund steigender Stromkosten sowie gesetzlicher Vorgaben nicht mehr zeitgemäß erschien.

Bei einer Pelletheizung entsteht die Wärme durch das Verfeuern von Holzspänen und Sägemehl, die zu kleinen zylinderförmigen Stäbchen zusammengepresst wurden, den so genannten Pellets. Die Nutzung von Pellets macht unabhängig von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Allerdings muss eine Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft immer sichergestellt sein, also das Vorhandensein ausreichender Holzreserven.

Die Martinusschule verfügt über ein Pelletlager mit einem Fassungsvermögen von 58 Tonnen. Diese Menge reicht für einen Zeitraum von zirka acht Wochen. Stadt und Betreiber rechnen mit etwa zehn nötigen Pelletlieferungen jährlich (abhängig von der jeweiligen Liefermenge).

"Der CO2-Ausstoß wird sich durch die neue Anlage von bisher etwa 380 Tonnen im Jahr auf 125 Tonnen reduzieren", sagt Uwe Haferkamp.

Erdgasheizung kommt nur an besonders kalten Tagen zum Einsatz

Wie hoch die Feinstaubbelastung durch die neue Heizung ausfällt, konnte gestern nicht eindeutig geklärt werden. Neben der Pellet-Anlage ziert den Keller der Martinus-Schule auch eine neue Erdgasheizung mit 350 Kilowatt Leistung, die aber nur an besonders kalten Tagen zum Einsatz kommen soll, um den zusätzlichen Wärmebedarf abzudecken.

Die Sanierungen am benachbarten Meerbusch-Gymnasium in den Sommerferien wurden durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II finanziert. Die Entscheidung für eine Contracting-Lösung an Grund- und Förderschule sei dagegen bereits gefallen, bevor das Konjunkturpaket auf den Weg gebracht wurde, sagt Gérard.

Der 15 Jahre dauernde Vertrag zwischen Stadt und Gelsenwasser AG beinhaltet auch eine neue Wärmeversorgung für das Jugendzentrum Pappkarton sowie für die Musikschule - allerdings in Form von Erdgasheizungen.

Das Jugendzentrum soll bis spätestens 2014, die Musikschule bis 2019 über eine neue Anlage verfügen. Anne Weddling-Wolf, Leiterin der Martinus-Schule, ist über die Pellets im Keller jedenfalls froh: "Wir werden das Thema schon bald mit unseren Viertklässlern behandeln."

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