Der Leiter des Strümper Gymnasiums will mit Ausstattung und Konzepten punkten.

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Schulleiter Ulrich Keusen kämpft um größere Akzeptanz auf dem Schul-Markt.

Schulleiter Ulrich Keusen kämpft um größere Akzeptanz auf dem Schul-Markt.

Peter Langer

Schulleiter Ulrich Keusen kämpft um größere Akzeptanz auf dem Schul-Markt.

Strümp. Es ist die Zeit der Orientierung. Viertklässler und ihre Eltern suchen nach der geeigneten weiterführenden Schule. Zwei Gymnasien, eine Gesamtschule, eine Real- und eine Hauptschule stehen in Meerbusch zur Wahl. Wir sprachen mit dem Schulleiter Ulrich Keusen über die Zukunft des früher fünfzügigen Meerbusch-Gymnasiums.

WZ: Herr Keusen, für die fünften Klassen des laufenden Schuljahres haben sich nur 61 Schüler angemeldet. Das Mataré-Gymnasium in Büderich verzeichnete ungefähr das Doppelte an Neuzugängen. Wo liegen die Ursachen?

Ulrich Keusen: Wir haben uns sehr intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, mit Eltern gesprochen und in Grundschulen nachgefragt. Die Antwort ist: Wir wissen es nach wie vor nicht genau. Man muss ganz klar sagen, dass der Schulweg nicht mehr die Bedeutung wie früher hat. Eltern schicken ihre Kinder auch auf weiter entfernte Schulen, wenn sie davon überzeugt sind, dass das Angebot dort besser für deren individuelle Fähigkeiten ist.

WZ: Um die Anmeldezahlen zu erhöhen, haben Sie angekündigt, das Meerbusch-Gymnasium in der Region genauer zu positionieren. Wie kann das in der Praxis geschehen?

Keusen: Wir hatten erst kürzlich einen Tag der Offenen Tür, bei dem wir unser Unterrichts-, Betreuungs- und Förderangebot herauskristallisieren konnten. Zu meiner großen Freude haben dabei Schüler selbstständig die Besucher durch die Klassen- und Fachräume geführt. Zusätzlich haben wir das Angebot an Schnupperunterrichten an diesem Tag reduziert, um den Besuchern mehr Möglichkeiten zu eingehenderen Gesprächen mit Schülern, Eltern und Lehrern zu lassen. Wir haben leider keine Information darüber, wie viele Besucher von außerhalb kamen. Doch die Veranstaltung war sehr gut besucht.

WZ: Mit so genannten Pluspunkten will das Meerbusch-Gymnasium Schüler begeistern. Was ist darunter zu verstehen?

Keusen: Französisch und Englisch werden ab der Klasse fünf angeboten. Wir haben im naturwissenschaftlichen Bereich vor allem das praxisnahe Angebot ausgeweitet. Für die Klassen fünf und sechs gibt es ein Werkstattangebot in Form zusätzlicher praxisorientierter Wochenstunden in den Bereichen Ernährung und Bewegung, Elektronik, Musik, Theater und Kunst sowie einer Forscher- und einer Lernwerkstatt, wo selbstbestimmtes Arbeiten im Vordergrund steht. Außerdem gibt es durch unseren Caféteria-Verein, der sich aus Lehrern und Eltern zusammensetzt, eine ganztägige Betreuung von Montag bis Donnerstag und bei Bedarf auch freitags.

WZ: Inwieweit wird sich der Unterrichts-Plan den geänderten Anforderungen anpassen?

Keusen: Neu ist das heimatkundliche Fach Regiodata, bei dem Geschichte, Politik und Erdkunde vermischt werden. Es gibt Förderstunden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen, die am Vormittag stattfinden, damit sie nicht wie ein nachmittäglicher Ergänzungsunterricht wirken. Durch mehr Doppelstunden und Wochenprojektaufgaben versuchen wir, den Druck vieler einzelner Wochenstunden und entsprechender Hausaufgaben von einem Tag auf den anderen zu reduzieren.

WZ: Wie sieht der weitere Fahrplan für die Anmeldung im kommenden Jahr aus?

Keusen: Im Januar wird es eine Werkstattwoche geben, bei der künftige Schüler dieses Angebot kennenlernen können. Die Idee ist bei einem Informationsforum entstanden, bei dem viele Eltern das Gespräch mit uns gesucht haben.

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