Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ stellten zwei Ensembles mittelalterliche Musik vor. Mit viel Können haben auch die Teilnehmerinnen des Wettbewerbs Alte Musik, der am Samstagabend im Kammermusiksaal zu erleben war, ihr Programm vorbeitet.

Flötistin Theresa Hämig hat Freude an den Klängen Alter Musik.
Flötistin Theresa Hämig hat Freude an den Klängen Alter Musik.

Flötistin Theresa Hämig hat Freude an den Klängen Alter Musik.

Peter Langer

Flötistin Theresa Hämig hat Freude an den Klängen Alter Musik.

Strümp. Es sind oft nur ein oder zwei Punkte, die über eine Weiterempfehlung zum Landeswettbewerb im März in Essen entscheiden-oder über Enttäuschung. Doch die Freude an der Musik ist fast allen 175 Teilnehmern des Regionalwettbewerbs von "Jugend musiziert", der am Wochenende in der Musikschule, im Meerbusch-Gymnasium sowie in St. Franziskus und in der Versöhnungskirche stattfand, anzumerken.

Mit viel Können haben auch die Teilnehmerinnen des Wettbewerbs Alte Musik, der am Samstagabend im Kammermusiksaal zu erleben war, ihr Programm vorbeitet. Dieses zeigte, wieviele Facetten das vermeintliche Kinderinstrument Blockflöte besitzt.

Mit 13 Jahren ist man nicht mehr zu jung für Vivaldi und Bach

Ein nicht einfaches Repertoire haben sich Susanne Sprick, Jana Leonie Frehn (beide Blockflöte), Ariane Vieregge (Cembalo) und Johanna Sassenrath (Violoncello) ausgesucht.

Die Künstlerinnen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren aus Neuss und Umgebung spielen neben einer Sonate von Georg Philipp Telemann ein Stück von Giovanni Battista Fontana. "Ich habe auch mal modernere Musik probiert", erklärt Jana Leonie Frehn (13) ihre Begeisterung für diese ungewöhnliche Musikgattung. "Aber mir gibt das irgendwie wenig."

Die Nervosität wirkt auf einmal wie ausgeknipst

Die Anspannung ist bis auf den Flur hinaus zu spüren, als sich die jungen Musikerinnen-zwei Ensembles stellten sich dem Wettbewerb-in den Proberäumen warmspielen. Doch die Nervosität wirkt wie ausgeknipst, als der erste Akkord der wunderschönen, fremd und doch ungeheuer melodiös klingenden, jahrhundertealten Musik durch den Raum fließt.

"Man braucht sich heute nicht mehr zu verstecken, wenn man ein Faible für mittelalterliche Musik hat", ist Michael Krones, der gemeinsam mit Barbara Engelbert, Heide Oehmen, Benjamin Reissenberger und Beate Temper die Jury bildet, überzeugt. "Im Grunde ist Alte Musik in puncto Improvisation und Emotionalität eine Musik wie Jazz, die vor allem deswegen besonders interessant ist, weil immer noch neue alte Stücke in Archiven entdeckt werden."

In einem einzigen Satz bringt die 17-jährige Theresa Hämig ihre Freude an der Musik auf den Punkt: "Man ist einfach von jetzt auf gleich in einer anderen Welt". Und Yvonne Moser ergänzt: "Auf einmal ist man auf einer Burg in einer anderen Zeit."

Die Flötistinnen stellen sich gemeinsam mit Clara Krum, Aissatou Diallo (beide ebenfalls Flöte), Julia Wasmund (Violoncello) und Anna Stelzner (Kontrabass) als zweites Ensemble der Jury. Und haben neben einem Concerto von Vivaldi und einem tiefmittelalterlichen Stück aus dem 14.Jahrhundert von Johannes Ciconia das berühmte Air aus der Orchestersuite in D-dur von Johann Sebastian Bach im Programm.

Mehrere Monate dauert es, bis die Musikerinnen so gut aufeinander eingestimmt sind, dass sie sich auch mit einem kurzen Blick verständigen können. Doch die Zusammenarbeit, so zeigt sich bei den anspruchsvollen Stücken, erreicht mitunter Profi-Niveau. So dauert dann der Applaus der Zuhörer im Kammermusiksaal lange, nachdem der letzte Ton verklungen ist.

Am Ende gibt es für beide Ensembles kein ersehntes Ticket für Essen. Zwar schneiden beide Gruppen mit 20 von 25 Punkten für das erste Ensemble und 21 von 25 Punkten überragend gut ab. Für Theresa Hämig und ihre Mitstreiterinnen bedeutet das sogar den ersten Preis. Doch erst ab 23 Punkten hätte es die begehrte Weiterempfehlung gegeben.

Offenbar sind den geübten Ohren der Jury doch kleinere Patzer aufgefallen. "Naja, das hätte besser sein können", versucht Theresa nach der Verkündung des Jury-Ergebnisses ihre Enttäuschung zu zügeln. Auch das Gesicht von Aissatou ist versteinert. "Das ist wirklich schade", meint sie diplomatisch. "Vielleicht klappt es ja nächstes Mal."

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