Auf dem Böhlerareal finden Jungunternehmer Unterstützung und Austausch.

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Sie starten gemeinsam (v.l.): Diana Schug, Daniela Goretzki, Kay Abele, Lisa Henke, Renate Kaiser, Jens Hohenbild (Geschäftsführer Inwerk), Nicole Seynaeve, Heike Reiss (Wirtschaftsförderin MB) und Hausherr Frank Dehorn im Areal Böhler.

Sie starten gemeinsam (v.l.): Diana Schug, Daniela Goretzki, Kay Abele, Lisa Henke, Renate Kaiser, Jens Hohenbild (Geschäftsführer Inwerk), Nicole Seynaeve, Heike Reiss (Wirtschaftsförderin MB) und Hausherr Frank Dehorn im Areal Böhler.

Kay Abele und Nicole Seynaeve, zwei Gründer in einem Büro.

Hereinspaziert: Renate Kaiser an ihrem künftigen Arbeitsplatz.

Marc Ingel, Bild 1 von 3

Sie starten gemeinsam (v.l.): Diana Schug, Daniela Goretzki, Kay Abele, Lisa Henke, Renate Kaiser, Jens Hohenbild (Geschäftsführer Inwerk), Nicole Seynaeve, Heike Reiss (Wirtschaftsförderin MB) und Hausherr Frank Dehorn im Areal Böhler.

Büderich. „Ich brauche nur zu husten, schon bekomme ich Hustensaft.“ Anschaulich beschreibt Böhler-Geschäftsführer Frank Dehorn das Geschäftsmodell des Gründerzentrums, das gestern auf dem Areal an der Hansaallee offiziell vorgestellt wurde. Im Haus 37 stehen auf drei Etagen 600 Quadratmeter zur Verfügung.

Beim Treffpunkt Wirtschaft, dem regelmäßigen Frühstücksgespräch Meerbuscher Unternehmer, wurde die Idee vor einem Jahr geboren. Meerbuschs Wirtschaftsförderin Heike Reiß knüpfte die Kontakte, Böhler-Geschäftsführer Dehorn ließ das Gebäude sanieren, Unternehmensberaterin Lisa Henke half Jungunternehmern beim Konzept fürs Geschäftsmodell. Starthilfe zu Sonderpreisen, ein „unschlagbares Angebot“, sagt Dehorn.

Gründer wollen raus aus heimischen vier Wänden

Den Gründern wird der Einstieg so leicht wie möglich gemacht: reduzierte Mieten, Servicepakete mit Empfang und in Reichweite „Experten für alle Fragen, die auf einen jungen Unternehmer zukommen, mit denen der sich aber nicht beschäftigen will“, wie es Kay Abele formuliert.

Er ist einer von bisher elf Mietern, die auf dem Böhlergelände den Sprung in die Selbstständigkeit schaffen wollen. Der Vertriebler aus Köln teilt sich das Büro mit Nicole Seynaeve. Während Abele Unternehmen mit Kaffeemaschinen ausstattet setzt Seynaeve auf Kosmetik.

Auf Märkten hat sie Seifen und Badezusätze verkauft, ehe sie im vergangenen Jahr das marokkanische Arganöl entdeckte. Statt die Produkte selbst zu verkaufen, lässt sie jetzt herstellen und baut einen Vertrieb auf. In buchhalterischen Fragen könnte sie sich Rat im Büro nebenan holen. Das bezieht Diana Schug, die ihre Akten aus den eigenen vier Wänden verbannen will: „Endlich!“

Allen können die Kenntnisse von Renate Kaiser helfen. Die Öffentlichkeitsarbeiterin und Autorin kümmert sich vom Böhlerareal aus künftig um Geschäftsschreiben, Werbung oder die Verbesserung von Homepages.

Ein „Mittel gegen Vereinsamung“ ist das Gründerzentrum nicht nur für Abele. „Ein Homeoffice ist eine Katastrophe“, sagt auch Personalberaterin Daniela Goretzki. Der Austausch mit den Kollegen sei wichtig, „viele haben die gleichen Kümmernisse“. Für diese sollen regelmäßig am Runden Tisch Lösungen gefunden werden, kündigt Henke an.

Dass Gründer sehr aufs Budget achten müssen, weiß auch Jens Hohenbild. Der Geschäftsführer vom Büromöbelhaus Inwerk hat sich vor zwölf Jahren im Wohnhaus in Ilverich selbstständig gemacht. „Irgendwann suchten wir Räume, in denen man Kunden empfangen konnte.“ Günstig und repräsentativ – das will er jetzt bieten: Möbel mieten, leasen, Ausstellungsstücke oder Rückläufer vermitteln – „je nach Bedarf. Die stören bei uns nur.“

Haben die Gründer Erfolg, gibt es eine weitere Perspektive: „Sie können das Büro, müssen aber nicht die Adresse wechseln“, sagt Dehorn.

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