Das Strümper Gemeindehaus wird nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht.

Das Strümper Gemeindehaus wird nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht.
Das katholische Pfarrheim an der Paul-Jülke-Straße in Strümp wird nicht mehr von der Stadt angemietet.

Das katholische Pfarrheim an der Paul-Jülke-Straße in Strümp wird nicht mehr von der Stadt angemietet.

Ulli Dackweiler

Das katholische Pfarrheim an der Paul-Jülke-Straße in Strümp wird nicht mehr von der Stadt angemietet.

Bekommt die katholische Kirchengemeinde in Strümp jetzt ihr Pfarrheim St. Franziskus zurück? Diese Frage treibt die Gemeindemitglieder um. Dass die Stadt die Flüchtlinge, die dort seit einem knappen halben Jahr untergebracht sind, kurzfristig in andere Unterkünfte verlegen will, hat sich im Ort herumgesprochen. Der Erste Beigeordnete Frank Maatz bestätigt die Pläne: „Die Flüchtlinge bekommen Zimmer in der Einrichtung am Eisenbrand“, sagt er. Wann und wie das Pfarrheim, das die Pfarre Hildegundis von Meer für fünf Jahre verpachtet hatte, wieder übergeben werde, sei noch nicht spruchreif. „Dazu wird es in Kürze Gespräche geben“, sagt Maatz.

Pfarrheim war nur eine provisorische Unterkunft

Im Büdericher Süden werden derzeit schrittweise insgesamt vier Häuser für insgesamt bis zu 200 Personen errichtet. „Dort haben die Flüchtlinge alles, was sie brauchen, also abschließbare Wohnungen oder Zimmer. Die Privatsphäre wird gewahrt“, so Maatz. Das war im Pfarrheim nicht so. Bis auf eine Familie in einem Nebenraum waren alle Flüchtlinge, meist alleinreisende Männer, in einem Großraum untergebracht. Es gab immer wieder Streitigkeiten wegen unterschiedlicher Schlafgewohnheiten oder Lärmbelästigung. „Diese Unterkunft war nicht als Dauerlösung, sondern als vorübergehende Gemeinschaftsunterkunft geplant“, erklärt der Beigeordnete.

Da inzwischen immer mehr Flüchtlinge Status und Aufenthaltsrecht haben, haben sie auch Anrecht auf eine dauerhafte Unterbringung. „Das Bleiberecht ist mit einer Wohnsitzauflage von drei Jahren verbunden“, so Maatz. Allerdings ist der Umzug von Strümp nach Büderich für die Flüchtlinge mit einer Umorientierung verbunden. In Strümp waren sie bereits integriert, besuchten das Begegnungs-Café im Pappkarton, Veranstaltungen in der Versöhnungskirche oder fuhren mit dem Fahrrad einkaufen. „In Büderich gibt es eine ähnliche Betreuung, nur mit anderen Personen“, sagt der Dezernent. Das sei ein kleiner Bruch, aber zu verkraften.

In Meerbusch sind 335 Unterkunftsplätze derzeit nicht belegt. Im Strümper Pfarrzentrum bleiben 20 von 56 Betten leer. Auch andere kleinere Mietobjekte wie am Neusser Feldweg in Osterath oder an der Uerdinger Straße sollen nach und nach aufgegeben werden. Die Stadt empfiehlt dem Stadtrat eine Fokussierung auf drei Standorte. Als Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge sollen künftig nur noch die Einrichtungen Cranachstraße, Heidbergdamm und Am Eisenbrand langfristig vorgehalten werden. Die Bauprojekte an der Moerser Straße und an der Rottstraße sollen auf sozialen Mietwohnungsbau umgestellt werden. Die Aufgabe der Planung von Reihenhäusern am „Alten Teich“ ist kommende Woche Thema im Planungsausschuss.

Vertreter der Stadt und Kirchengemeinde beraten in Kürze

Was das alles für die Kirchengemeinde in Strümp bedeutet, ob und wann sie ihr Pfarrzentrum für Seelsorgerarbeit wieder zur Verfügung gestellt bekommt, ist noch vollkommen offen, denn fest steht auch: Das Bistum Aachen will und muss sparen. Alle Gebäude und deren Nutzung ständen deshalb grundsätzlich auf Prüfstand, sagt Stefan Beeck, stellvertretender Vorsitzender im Kirchenvorstand. „Die Stadt hat uns vergangene Woche mitgeteilt, dass sie aus dem Mietvertrag raus will. Für uns ist das jetzt eine neue Situation, wir hatten die Frage, was mit dem Pfarrheim nach der Vermietung geschieht, auf Wiedervorlage – allerdings erst für 2022.“

Unklar, sagt Beeck, sei auch, in welchem Zustand die Gemeinde die Räume zurückbekomme. Kommende Woche soll es einen Ortstermin in St. Franziskus mit der Stadt geben. Wenn das Rechtliche geklärt sei, müssten die Gremien entscheiden, wie es weitergehen soll, sagt Beeck. „Da diskutieren wir gerne ergebnissoffen.“

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