Heute wird das Buch der Tochter von Ewald Mataré in der Buchhandlung Mönter vorgestellt.

Heute wird das Buch der Tochter von Ewald Mataré in der Buchhandlung Mönter vorgestellt.
Im Buch „Sonja Mataré. Erinnerungen“ können Leser nun vieles über das Leben der 89-Jährigen und ihres Vaters erfahren.

Im Buch „Sonja Mataré. Erinnerungen“ können Leser nun vieles über das Leben der 89-Jährigen und ihres Vaters erfahren.

Ulli Dackweiler

Im Buch „Sonja Mataré. Erinnerungen“ können Leser nun vieles über das Leben der 89-Jährigen und ihres Vaters erfahren.

Ihre Heimat ist Büderich. „Hier habe ich als Kind auf der Straße gespielt. Damals war dieser heutige Meerbuscher Stadtteil noch ein Dorf“, erinnert sich Sonja Mataré an ihre Kindheit in den 1930er Jahren.

Als Sechsjährige zog sie 1932 mit den Eltern Hanna und Ewald von Berlin ins Rheinland. Anlass war die Entscheidung des Vaters, dem Ruf als Direktor der Kunstakademie Düsseldorf zu folgen. Dort übernahm er später eine Bildhauerklasse. Diese und etliche weitere Eckpunkte ihres Lebens hat die Tochter jetzt unter dem Buch-Titel „Sonja Mataré. Erinnerungen“ zusammengefasst.

„Das Leben hielt täglich Überraschungen bereit.“

Sonja Mataré, Buchautorin

Die Idee dazu entstand im Gespräch mit Freunden und Bekannten, zu denen auch die in Neuss lebende Autorin Irmgard Faber-Asselborn gehört. Sie zeichnete über einen Zeitraum von rund zwölf Monaten in ständiger Absprache mit Sonja Mataré das Leben zwischen dem Nationalsozialismus, der Nachkriegszeit, dem Leben des Künstlers Ewald Mataré in der jungen Bundesrepublik und den Lebensweg der Tochter sensibel nach. So wird der Leser im Verlaufe des Buches auf eine von Höhen und Tiefen geprägte Reise mitgenommen. Guido de Werd schließlich war es, der als Mitbegründer des Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve für das Erscheinen des Buches sorgte, das heute, 19 Uhr, in Anwesenheit von Sonja Mataré und der Autorin Irmgard Faber-Asselborn im Buch- und Kunstkabinett Mönter vorgestellt wird. Die Protagonistin gibt einen Einblick in das Buch: „Es wird über jene Ereignisse berichtet, die am meisten in Erinnerung geblieben sind.“ Und das sind einige. „Das Leben hielt täglich Überraschungen bereit.“ Häufig waren diese von unangenehmer Natur.

So musste Sonja Mataré, die im August 90 Jahre alt wird, miterleben, wie der Vater bedingt durch die Ächtung der Nationalsozialisten seine Stelle an der Düsseldorfer Akademie verlor und die Familie zum Überleben auf die Hilfe weniger Freunde angewiesen war. Die Tochter ließ sich in Krefeld und bei einer wegen der Kriegswirren am Chiemsee lebenden Schmuck-Künstlerin aus Duisburg zur Goldschmiedin ausbilden und wurde 1953 auf der X Triennale in Mailand ausgezeichnet.

Sonja Mataré verwaltet das künstlerische Erbe ihres Vaters

In dem Buch erzählt Sonja Mataré auch über die Zeit, als die Kunststudenten nach der Zerstörung der Rheinbrücken mit dem Bötchen über den Fluss kamen und im Atelier ihres Vaters aus- und eingingen: „Joseph Beuys durfte bis zum Umbau des Ateliers 1949 bei ihm arbeiten.“

Seit dem Tod der Mutter 1983 verwaltet die Tochter das künstlerische Erbe des Vaters allein. Sie steht hinter der Entscheidung, dem Nachlass im Museum Kurhaus Kleve einen Platz zu geben, ist Verfasserin zweier Werkverzeichnisse und begleitet zahlreiche Ausstellungen.

Konrad Mönter, der dem künstlerischen Werk und der Familie eng verbunden ist, freut sich darauf, „dem neu erschienenen Buch eine Plattform geben zu dürfen“. Es passe gut ins Kulturprogramm des Buch- und Kunstkabinetts Mönter.

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