20 Seniorenberater sollen ältere Menschen über die Gefahren des Trickdiebstahls aufklären.

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Die ehrenamtlichen Seniorenberater decken alle Stadtteile ab.

Die ehrenamtlichen Seniorenberater decken alle Stadtteile ab.

Marc Ingel

Die ehrenamtlichen Seniorenberater decken alle Stadtteile ab.

Meerbusch. Hans-Jürgen Petrauschke wurde in der Pariser Metro das Handy gestohlen. Der Landrat erzählte am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs davon, weil es in einem Punkt zum Thema passte: "Erst wenn man selbst von so etwas konkret betroffen ist, verliert es an Abstraktion."

Opfer von Straftaten waren im Vorjahr besonders häufig Senioren. Allein in Meerbusch kamen 336 Menschen, die älter als 60 Jahre sind, durch Trickbetrug oder ähnliche Delikte zu Schaden. "Und die Dunkelziffer ist mit Sicherheit größer. Viele schämen sich und bringen solche Vorfälle gar nicht zur Anzeige", so Petrauschke.

Der Grund, warum Senioren Opfer von Enkeltrick oder vergleichbaren Betrügereien werden, liegt auf der Hand: "Sie fassen zu schnell Vertrauen, ihre Hilfsbereitschaft wird dann von den Tätern schamlos ausgenutzt", sagt Bürgermeister Dieter Spindler.

Ein subjektives Sicherheitsgefühl könne man jedoch nicht herbeireden, "wir müssen aktiv etwas tun", so Spindler. Daher starten Stadt und Kreispolizeibehörde nun das Aktionsbündnis Seniorensicherheit Meerbusch. Dafür wurden zwei Frauen und 18 Männer, die selbst die 60 überschritten haben, durch die Polizei als ehrenamtliche Seniorenberater ausgebildet.

"Sie sind unsere Multiplikatoren bei der Aufklärung. Es sind bekannte Männer und Frauen aus der Nachbarschaft, denen man zuhört und die man ohne Scheu um Rat fragt", erklärt Wolfgang Titze, Leiter der Polizeiwache Meerbusch.

Und die auch selbst eigene Ideen beisteuern, wie zum Beispiel Brunhild Steinforth gestern unter Beweis stellte. "Es wäre wichtig, älteren Menschen die Angst davor zu nehmen, im Notfall die 112 anzurufen. Viele denken, ihr Anliegen sei dafür viel zu unwichtig", erzählt die Ratsfrau. "Oder sie denken gar, sie müssten den Einsatz der Polizei bezahlen, wenn nichts gewesen sei", wusste einer der frisch gekürten Seniorenberater einen weiteren Ansatz zu benennen, wo Beratung einsetzen kann.

Wie man sich vor Trickdiebstahl schützen kann oder was man tun sollte, wenn man doch Opfer wurde, steht im Internet unter

www.polizei-beratung.de

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