Bund der Steuerzahler stellt einen Musterbrief gegen die geplante Sanierung zur Verfügung.

Die marode Brücke am Latumer See soll saniert werden. Nicht alle halten dies für sinnvoll.  Archiv
Die marode Brücke am Latumer See soll saniert werden. Nicht alle halten dies für sinnvoll. Archiv

Die marode Brücke am Latumer See soll saniert werden. Nicht alle halten dies für sinnvoll. Archiv

Burwig

Die marode Brücke am Latumer See soll saniert werden. Nicht alle halten dies für sinnvoll. Archiv

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Nordrhein-Westfalen kämpft weiter gegen die mittlerweile beschlossene Sanierung der maroden Fußgängerbrücke am Latumer See. „Viele Meerbuscher haben gegen den Neubau protestiert“, heißt es in schriftlichen Mitteilung des BdSt NRW. Das Engagement zeige: Wer sich einmischt, kann etwas ändern. In diesem Fall, sagt der Bund der Steuerzahler, habe die Politik die Bürger aber wohl falsch verstehen wollen.

Sanierungskosten wohl höher als im Gutachten von 2013 angegeben

„Statt eines Neubaus für 75 000 Euro wollen sie die überflüssige Brücke nun sanieren“, schreibt Pressereferentin Andrea Defeld. Die Kosten für eine Sanierung seien 2013 von Gutachtern mit 37 000 Euro angegeben worden. „Mittlerweile hat sich der Zustand der Brücke aber weiter verschlechtert, so dass die aktuellen Sanierungskosten vermutlich höher liegen werden. Ein Abriss der alten Brücke würde nach Darstellung der Verwaltung nur 9000 Euro kosten.“ Das, sagt der Steuerzahlerbund, sei im Fall der Brücke, die keiner braucht, die eindeutig wirtschaftlichste Lösung.

Fakt ist: Der morsche und deshalb seit Jahren gesperrte Überweg aus Holz am Latumer See überbrückt kein Wasser, sondern lediglich eine grasbewachsene Senke. Der BdSt sagt: „Die Notwendigkeit eines Neubaus oder einer Sanierung dieser Brücke erschließen sich nicht. Der See kann auf einem Spazierweg umrundet werden. Wer statt der Brücke diesen Weg nimmt, hat einen zumutbaren Umweg von circa 120 Metern zu laufen. Auch als Aussichtspunkt ist die Brücke verzichtbar, denn am Latumer See befinden sich bereits drei Aussichtsplattformen.“

Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss hatte zuletzt einen gegen den Neubau der Fußgängerbrücke am Latumer See gerichteten Bürgerantrag für erledigt erklärt. Grund dafür war ein entsprechender Sanierungsbeschluss des Bau- und Umweltausschusses. Seit Monaten wird innerhalb von Verwaltung und Politik, aber auch in der Bürgerschaft darüber diskutiert, was mit der Brücke am Latumer See passieren soll. Im April war ein Neubau beschlossen worden. Maximal 75 000 Euro stehen dafür im Haushalt zur Verfügung. Das wiederum hatte nicht nur den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen, der eine Verschwendung von Steuergeldern monierte. Im Laufe der vergangenen Wochen hatten sich auch 79 Bürger gemeldet, die einen entsprechenden Bürgerantrag an den Rat stellten. Ihr Appell: Diese 75 000 Euro nicht für den geplanten Bau einer neuen Brücke zu investieren.

Im Bauausschuss schwenkte daraufhin auch die CDU um und brachte gemeinsam mit den Grünen einen Dringlichkeitsantrag ein. Tenor: Zum einen den Beschluss des Bauausschusses aufzuheben, zum anderen die Verwaltung zu bitten, zunächst die Sanierung der Brücke prüfen zu lassen.

„Nachdem der Bürgerprotest die Politiker dazu bewegt hat, ihre Neubaupläne aufzugeben, sollten die Meerbuscher Bürger deutlich machen, dass eine Sanierung ebenfalls nicht gewünscht wird“, sagt Andrea Defeld. „Der Bund der Steuerzahler NRW stellt unter www.steuerzahler-nrw.de wieder einen Musterbrief kostenlos zur Verfügung, mit dem die Bürger gegen die Sanierung der Brücke protestieren können.“

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