Heinrich Schmidt löst Wilhelm Werhahn ab. Sein Ziel: Den Niederrhein fit für den Aufschwung machen.

Daumen hoch: Das neue Präsidium der IHK mit (v.l.) Wilhelm Thywissen, Harald Sasserath, Rolf Königs, Heinz Schmidt, Wolfgang Stromps, Norbert Bienen, Norbert Miller und Ludger Gooßens.
Daumen hoch: Das neue Präsidium der IHK mit (v.l.) Wilhelm Thywissen, Harald Sasserath, Rolf Königs, Heinz Schmidt, Wolfgang Stromps, Norbert Bienen, Norbert Miller und Ludger Gooßens.

Daumen hoch: Das neue Präsidium der IHK mit (v.l.) Wilhelm Thywissen, Harald Sasserath, Rolf Königs, Heinz Schmidt, Wolfgang Stromps, Norbert Bienen, Norbert Miller und Ludger Gooßens.

Dirk Jochmann

Daumen hoch: Das neue Präsidium der IHK mit (v.l.) Wilhelm Thywissen, Harald Sasserath, Rolf Königs, Heinz Schmidt, Wolfgang Stromps, Norbert Bienen, Norbert Miller und Ludger Gooßens.

Krefeld/Rhein-Kreis Neuss. Mehr kaufmännischen Sachverstand als politisch motivierte Rettungsaktionen: Ein klares Signal setzte der neue IHK-Präsident Heinrich Schmidt Donnerstag nach seiner Wahl vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in Krefeld.

Dass Manager ohne Skrupel nach dem Staat riefen, sei des verantwortungsvollen Unternehmertums nicht würdig. Schmidt (61) löst Wilhelm Werhahn (70) ab, der nach gut sieben Jahren als Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein sein Amt zur Verfügung stellte.

Ein Rotstift als Staffelstab für den kritischen Blick auf die Kommunen

Der Gladbacher Unternehmer nannte in seiner Antrittsrede klare Ziele. Im Vordergrund seiner Arbeit stehe die Frage: "Wie machen wir den Niederrhein fit für die Zukunft?"

Dazu will er gutes Standortmarketing betreiben, einen neuen Film entwickeln, mit dem sich die Region besser bei Investoren präsentieren könne. Aktueller soll die Bewertung der wirtschaftlichen Situation werden; so soll es künftig drei statt zwei Konjunkturberichte pro Jahr geben. Den Unternehmern empfahl er, jetzt zu investieren, um die Firmen fit zu machen für den folgenden Aufschwung.

Wichtig bleibe für die Region die Verkehrsinfrastruktur. Dazu gehören der Ausbau des Autobahnnetzes mit der Anbindung an die Niederlande, eine neue Schienenanbindung an den Düsseldorfer Airport und ein Ausbau des Gladbacher Flughafens.

Wichtig seien regionale Kooperationen; so empfahl er Mönchengladbach, Viersen und Korschenbroich ein gemeinsames Gewerbegebiet am Gladbacher Flughafen. Unabhängig von der Entwicklung des Landeplatzes würde es wegen seiner guten Lage zu einer Erfolgsstory werden.

Zur Kooperation in der Region gehöre auch die Zusammenarbeit der Kammern im Rheinland vom Niederrhein bis Bonn. Ein weiteres Zukunftsthema sei auch die attraktive Neugestaltung der Innenstädte. Wichtig seien aber auch niedrige Gebühren und eine günstige Energieversorgung.

Dass wir in Zeiten knapper Kassen leben, wurde durch den Staffelstab deutlich, den Vorgänger Werhahn an Schmidt überreichte: ein überdimensionaler Rotstift. Der stehe nicht nur für die IHK-Kasse, damit solle auch die Haushaltsführung der Kommunen kritisch begleitet werden.

Schmidt lobte seinen Vorgänger; Werhahn habe die Organisation spürbar geprägt. So habe er aus der 200-Jahr-Feier der IHK keine Jubelveranstaltung gemacht, sondern einen Zukunftkongress; daraus sei die Standort Niederrhein GmbH entstanden.

Bei der Ausbildung habe er mehr getan, als von der Wirtschaft verlangt worden sei. Mit der Initiative "Bosse in Schulen" habe er für einen Austausch zwischen Unternehmern und Schülern/Lehrern gesorgt.

Werhahn selbst sah gerade erst eine seiner wichtigsten Aufgaben erfüllt: die Zustimmung des Krefelder Stadtrates zum Bau eines neuen Kraftwerkes. "Ohne die IHK hätte das wahrscheinlich nicht geklappt."

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