Henn fotografiert die gesamte Umgebung eines möglichen Leichenfund- oder Tatortes, um beim Schreiben ein genaues Bild von den Örtlichkeiten vor Augen zu haben. Voraussichtlich im Mai 2010 erscheint die Kurzkrimisammlung im Krefelder Leporello-Verlag.

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Auf der Suche nach dem perfekten Tatort: Carsten Sebastian Henn erkundet die Gegend rund um Schloss Dyck.

Auf der Suche nach dem perfekten Tatort: Carsten Sebastian Henn erkundet die Gegend rund um Schloss Dyck.

Georg Salzburg

Auf der Suche nach dem perfekten Tatort: Carsten Sebastian Henn erkundet die Gegend rund um Schloss Dyck.

Rhein-Kreis Neuss. Ein guter Krimi erfordert eine gute Recherche. Am Samstag begab sich Krimiautor Carsten Sebastian Henn auf Schloss Dyck bei Jüchen auf Spurensuche für seine neueste Kriminalgeschichte. Henns neues Werk wird in einer Anthologie mit dem Titel "Natürlich der Mörder" erscheinen.

Sie zählt zu den Beiträgen der Criminale 2011, die im übernächsten Jahr am Niederrhein stattfinden wird. Das mit 180 Autoren wohl größte deutschsprachige Kriminalfestival jährt sich dann zum 25. Mal.

Aus diesem Grund recherchieren elf handverlesene und ausgezeichnete Krimiautoren, darunter auch Henn, in elf verschiedenen Parks und Grünanlagen in der Region.

Carsten Sebastian Henn ist mit seiner Lösung mehr als zufrieden. "Ich hatte mehrere Orte zur Auswahl, aber mir war gleich klar, dass ich meinen Krimi nach Schloss Dyck legen möchte", so der Autor.

Henn ist aber nicht mit einer konkreten Vorstellung nach Jüchen gekommen. Mörder, Opfer und Tatmotiv stehen bei ihm im Vorfeld noch nicht fest. Nicht die Handlung bestimmt den Ort, sondern umgekehrt. "Man muss den Ort auf sich wirken lassen und ein Gefühl dafür bekommen; dann gibt er einem die Geschichte sozusagen vor", erklärt der 36-Jährige. Schön sei es, ortstypische Gegebenheiten oder regionale Spezialitäten in die Geschichte einfließen zu lassen.

Beim Leichenfundort versetzt sich Henn in die Lage des Mörders

Fotos sind ein wichtiges Instrumentarium bei seiner Recherche. Henn fotografiert die gesamte Umgebung eines möglichen Leichenfund- oder Tatortes, um beim Schreiben ein genaues Bild von den Örtlichkeiten vor Augen zu haben. Bei der Suche nach einem geeigneten Fundort für die Leiche geht Henn taktisch vor, versetzt sich in die Lage des Täters. Schließlich hat es der Mörder meist eilig, seine Tat zu vertuschen.

Bei seinen Nachforschungen ist der gebürtige Kölner sehr genau. Authentizität ist ihm wichtig. "Gerade bei regionalen Krimis ist es wichtig, dass die Details stimmen. Ortskundige Leser bemerken Unstimmigkeiten sofort."

Seine Tatorte verraten ihm außerdem die Art und Weise des Mordes. Eifersuchtsdrama oder Tötung aus Habgier, eiskalt geplant oder im Affekt: Die Atmosphäre des Ortes gibt letztendlich den Ausschlag.

Steht das Gerüst für die Kriminalgeschichte einmal, ist so ein Kurzkrimi schnell geschrieben. Zwei Wochen braucht Henn in der Regel für eine Geschichte.

Was auch daran liegen mag, "dass Kurzkrimis mein Spezialgebiet sind." Neugierige müssen sich noch bis Mai 2010 gedulden, dann erscheint die Kurzkrimisammlung im Krefelder Leporello-Verlag.

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