Die Nachfrage nach Speisekürbissen steigt. Im Kreis wird produziert.

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Besonders zu Halloween sind Kürbisse gefragt.

Besonders zu Halloween sind Kürbisse gefragt.

dpa

Besonders zu Halloween sind Kürbisse gefragt.

Rhein-Kreis Neuss. Kerzenschein lässt sein Licht durch die Fratze eines ausgehöhlten Kürbisses zucken. Der 1. November, Allerheiligen, steht bevor - und "Halloween" (vom englischen All Hallows Even), der Abend und die Nacht davor. Um dafür die richtige Stimmung zu erzeugen, braucht es Kürbisse. Im Kreisgebiet werden entsprechend der Nachfrage viele angebaut. "Kürbisse liegen im Trend", sagt Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach. Dabei seien die Speisekürbisse später als die Zierkürbisse in Mode gekommen. "Gerade in Nordrhein-Westfalen ist die Nachfrage sehr stark", sagt Wappenschmidt. So würden in NRW die Kürbisse auf einer Fläche von 500 Hektar angebaut. In ganz Deutschland belief sich 2009 die Kürbisernte auf 48000 Tonnen. Das waren 10000 Tonnen mehr als noch im Jahr zuvor.

284 Sorten auf Rekord-Testfeld in Jüchen

Es gibt zahllose Kürbissorten. "Wir bauen über 400 verschiedene an", berichtet Jochen Roelen aus Jüchen. Allein 284 Sorten wachsen auf seinem Sortenversuchsfeld, dem größten Europas. Zierkürbisse kann man nicht essen. "Die schmecken nicht", sagt Wappenschmidt, "giftig sind sie aber nicht." Auch sind sie nicht zu verarbeiten wie Speisekürbisse. Dafür halten sie sich. Bestimmte Sorten sind von Natur aus so beschaffen. Zu Halloween sei besonders der Sorcerer (englisch: Zauberer) beliebt, sagt Wappenschmidt, aber auch faustgroße Kürbisse werden gern mit Kerzen auf die Fensterbank gestellt. Der Mikrowellenkürbis Surprise (englisch: Überraschung) sei "wie eine Folienkartoffel" zu essen, erklärt Roelen. Etwas unhandlicher ist der beliebte Hokkaido, der von der gleichnamigen japanischen Insel stammt. Mit ihm gebe es zahlreiche Rezepte, zum Beispiel zu Suppen oder Aufläufen. Das prozentual meiste Fruchtfleisch bietet der birnenförmige Butternut. Er schmecke etwas nussiger, so Roelen. Der Atlantic Giant sprengt diese Dimensionen. Durch Zufall wuchs auf Roelens Feld mal ein Exemplar dieser Sorte bis auf einen Meter Durchmesser und 184 Kilogramm an. In den USA gibt es ganze Wettbewerbe dazu. Züchter schaffen haben diesen Kürbis auf über 700 Kilogramm gepäppelt. "Dafür muss man ihn aber behandeln wie ein Kind", so Roelen.

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