Daniela Dzieia bietet Therapien mit Pferden für Kinder und Erwachsene an.

ReitTherapie
Schnippe buhlt um die Aufmerksamkeit von Olga Thomashoff.

Schnippe buhlt um die Aufmerksamkeit von Olga Thomashoff.

Marc Ingel

Schnippe buhlt um die Aufmerksamkeit von Olga Thomashoff.

Meerbusch. „Du bist so gut wie du bist.“ Diesen Leitsatz möchte Daniela Dzieia, Heilpraktikerin für Psychotherapie in Büderich, den Patienten ihrer Reittherapie vermitteln. Neben den Sitzungen in ihrer Praxis bietet sie seit zirka drei Jahren auch Therapiestunden für Kinder auf dem Boverter Hertenhof an.

„Es gibt so viele Therapien mit Tieren, warum nicht auch mit Pferden“, fragte sich Dzieia damals. Familienstute Stacy brachte die besten Voraussetzungen mit. Sie war gegenüber Menschen zutraulich, wirkte zudem nervenstark und selbstbewusst. Diese Stärken müsse ein Therapiepferd haben, um mit den Patienten richtig umgehen zu können, erklärt die Heilpraktikerin.

Kinder trauen sich im Alltag viel mehr zu

Diese Voraussetzungen weise auch Dartmoor-Pony-Mix Schnippe auf, der vor knapp einem Jahr ein Teil von Dzieias Team wurde. Mit Hilfe ihrer Tiere fördert sie Kinder, die Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite oder Selbstwertprobleme haben. „So trauen sich die Kleinen im Alltag im Optimalfall viel mehr zu oder können sich besser konzentrieren“, erklärt die Pferdetherapeutin.

Teil ihres Programms ist es, dass die Jungen und Mädchen sich auf jede Art und Weise mit Stacy und Schnippe beschäftigen. Die Kinder könnten mit den Pferden in den Wald oder das Dorf reiten, die Tiere aber auch füttern, striegeln oder ihren Stall ausmisten. Das Tempo ihrer Entwicklung würden sie dabei unbewusst selbst bestimmen – sei es alleine oder in einer Gruppe.

Die Arbeit mit dem Pferd sei ein ganz besonderes Erlebnis, müsse aber der Situation und den Wünschen des Kindes angepasst werden. Vor ein paar Tagen habe sie mit drei Kindern und Schnippe einen Ausflug in den Wald gemacht. „Es war eine Bombenstimmung. Jeder wollte mal auf Schnippe sitzen. Da muss man sich natürlich erstmal einigen“, sagt die Heilpraktikerin schmunzelnd.

Seit rund einem Jahr bietet sie diese Therapie auch für Erwachsene an. „Die Erwachsenen kommen unter anderem auf Grund von Depressionen, unbestimmten Ängsten oder dem Burnout-Syndrom zu mir“, erzählt sie. Denn nicht nur Kindern würde eine solche Therapie helfen. Die Luft, der Wald und die Stimmung auf dem Hertenhof würden die Fortschritte unterstützen. Doch möchte Dzieia kein Heilversprechen machen. Vor allem bei diagnostizierten Krankheiten wie Authismus sei es allenfalls eine unterstützende Therapie.

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