Das mobile Bürgerbüro des Düsseldorfer Airports stand am Freitag in Osterath. Die Kritik hielt sich in Grenzen.

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Michael Ludwig (l.) von der Deutschen Flugsicherung erklärt Dieter Schwenk den Verlauf der Flugrouten.

Michael Ludwig (l.) von der Deutschen Flugsicherung erklärt Dieter Schwenk den Verlauf der Flugrouten.

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Michael Ludwig (l.) von der Deutschen Flugsicherung erklärt Dieter Schwenk den Verlauf der Flugrouten.

Osterath. Fröhliche Besucher wie die ältere Dame sind der Crew des Flughafen-Infobusses die liebsten: "Ich bin nicht zum Meckern gekommen, dafür fliege ich viel zu gerne", sagt sie und zieht mit ein paar Broschüren zufrieden von dannen.

Das mobile Bürgerbüro des Airports hat auf dem Raiffeisenplatz Stellung bezogen - in Osterath, ausgerechnet. Hier hat der Verein Bürger gegen Fluglärm, dessen Mitglieder sich mit ihren beharrlichen Nachforschungen als schärfste Kritiker des Flughafens in Düsseldorf etabliert hat, seine Keimzelle.

Doch an diesem Vormittag bleibt das so genannte Nachbarschaftsteam von nörgelnden Kritikern verschont. Nur vereinzelt finden Interessenten den Weg zum Info-Bus. Die haben in der Regel zwar durchaus konkrete Fragen, die sie auch sachkundig vorbringen können, Michael Ludwig von der Deutschen Flugsicherung gelingt es jedoch zumeist, diese zur Zufriedenheit der Anwohner zu beantworten.

"Ich habe schon den subjektiven Eindruck, dass startende Flugzeuge hier oft von der vorgeschriebenen Flugroute abweichen. Die Aufzeichnungen, die mir gezeigt wurden, widerlegen das aber zum Teil, das muss ich erst einmal so akzeptieren", sagt Dieter Schwenk, für den gilt: "Ich kann mich nicht beschweren, wenn ich nicht die Möglichkeit nutze, mich zu informieren."

Verstöße dürfen nicht zu gravierend werden

Das sieht Georg Urlauber ganz ähnlich. "Formgerecht und kompetent", habe man ihm seine Fragen beantwortet. Er hat ebenfalls Zweifel daran, dass die Flieger auf der Modru-Route ihre vorgeschriebene Flugroute einhalten, weiß aber auch, dass es Toleranzwerte gibt und bestimmte Flugzeugtypen eben besonders negativ auffallen. "Man muss halt nur darauf hinwirken, dass die Verstöße nicht zu gravierend werden."

Michael Ludwig räumt ein, dass Kritiker zum Teil durchaus Recht hätten. "Dem gehen wir natürlich nach und beginnen, zu recherchieren." Nicht selten würden die Annahmen der Anwohner aber auf einer Art optischen Täuschung beruhen: "Die modernen Flugzeuge fliegen bedeutend höher. Und je größer die Flughöhe ist, desto eher hat der Beobachter das Gefühl, dass die Flieger von ihrer Linie abweichen", nennt Ludwig ein Beispiel.

Positive und negative Reaktionen würden sich am Infobus in etwa die Waage halten, berichtet Referent Peter Nengelken. "Das ist auch immer vom Stadtteil abhängig. In Osterath oder Büderich sind die Leute kritischer als in Lank oder Kaarst." Zuweilen hätten sie es schwer, sich gegen Polemik zu behaupten, "aber das ist ja unsere Aufgabe: Vorurteile abbauen, Fehlinformationen korrigieren."

Den Verein Bürger gegen Fluglärm würde man hingegen nicht als Kontrahent betrachten, "die Mitglieder bezeichnen sich ja selbst auch nicht als Flughafen-Gegner, sondern als Flughafenkritiker." Dennoch beschleiche Nengelken schon mal der Eindruck, "dass die sich bisweilen doch etwas überschätzen".

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