Protest der Mieter über Belastungen durch die Sanierung zeigt Wirkung. Gespräch mit dem Prokuristen fand im Osterather Hof statt.

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Die GWG-Mieter an der Fröbelstraße leiden. Die Dauerbaustelle „Modernisierung“ lässt sie seit Monaten nicht ruhig wohnen.

Die GWG-Mieter an der Fröbelstraße leiden. Die Dauerbaustelle „Modernisierung“ lässt sie seit Monaten nicht ruhig wohnen.

Marc Ingel

Die GWG-Mieter an der Fröbelstraße leiden. Die Dauerbaustelle „Modernisierung“ lässt sie seit Monaten nicht ruhig wohnen.

Osterath. "Ja, wir hätten gründlichere Begehungen machen und soziale Aspekte im Einzelnen beachten müssen. Eine umfangreiche Beratung hat es tatsächlich nicht gegeben", bestätigt Klaus Mainz, Prokurist der GWG Viersen. Er stellte sich am Dienstagabend im Osterather Hof dem Gespräch mit Mietern, die unter den Bauarbeiten in den GWG-Häusern an der Fröbelstraße leiden.

Dennoch, so Mainz, fühle sich die GWG zu Unrecht beschimpft. Schließlich wolle man Leiden der Mieter durch Unterlassung der Sanierung maroder Wohnsubstanz vorbeugen. Das akzeptierten und begrüßten auch seine Zuhörer, aber wo liege die Grenze des Erträglichen?

Nach einem Rundgang durch die renovierungsbedürftigen Wohnungen an der Fröbelstraße ist Norbert Friedrich, Vorsitzender des Mieterbundes Monheim und Umgebung, "entsetzt". Es fehlten simpelste hygienische Grundvoraussetzungen:

Der Rollstuhlfahrer solle beim Nachbarn klingeln, um die Toilette benutzen zu dürfen, der Schichtarbeiter bekomme keine Ruhe, denn statt des vereinbarten Arbeitsendes um 19Uhr werde laut Aussage der Bewohner gegen 23Uhr immer noch gehämmert und gebohrt, schildert er. "Wohnen ist schlicht unmöglich."

Leer stehende Wohnungen, die sie ersatzweise hätten nutzen können, hätten zudem ebenfalls weder Strom noch Wasser gehabt, bemängelten die Mieter, lobten aber, inzwischen informiert zu werden, wenn sich Verbesserungen ergäben.

"Es war uns eine Lehre, wir haben uns bereits entschuldigt", sagt Mainz. Die Informationsweiterleitung müsse nun für kommende Zeiten der Bauarbeit intensiv verbessert werden. Desweiteren sei die Kostenübernahme der GWG für außergewöhnliche Aufwendungen selbstverständlich - aber auch die wirtschaftliche Tatsache, dass nicht alle Mieter monatelang in Hotels untergebracht werden könnten.

Zum Thema Mieterhöhung versprach Mainz den betroffenen Anwohnern eine "moderate Erhöhung bis zu zehnProzent in Anpassung an den mittleren Preis des Mietspiegels für Krefeld und Neuss".

Ademola Segun, Architekt des Projektes, versprach, künftig die regelmäßige Bestandsaufnahme vor Ort persönlich zu tätigen. Auf Wunsch werde er auch Einzeltermine vereinbaren. Außerdem gebe es eine telefonische Beratung und Hilfe des Team1 der GWG - von den Bewohnern bisher schmerzlich vermisst.

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