Seit zehn Jahren werden behinderte und nicht behinderte Kinder in der evangelischen Kita Krähennest gemeinsam betreut.

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Singen, spielen, Spaß haben: Das steht bei der Geburtstagsfeier der Kindertagesstätte im Mittelpunkt.

Singen, spielen, Spaß haben: Das steht bei der Geburtstagsfeier der Kindertagesstätte im Mittelpunkt.

Marc Ingel

Singen, spielen, Spaß haben: Das steht bei der Geburtstagsfeier der Kindertagesstätte im Mittelpunkt.

Osterath. Für die Eltern von Kindern, die mit einer Behinderung aufwachsen, stellt oft bereits der Alltag eine besondere Herausforderung dar. Die Sorge um das Wohlergehen des eigenen Kindes wird häufig zu ihrem Lebensmittelpunkt. Umso schwerer fällt es da, wenn der Nachwuchs erstmals in fremde Obhut gegeben werden soll.

Aber auch für Kinder mit einer Behinderung sind der Besuch einer Kindertagesstätte und das Spielen mit Gleichaltrigen ein wichtiger Schritt im Sozialisationsprozess. Das gemeinsame Leben aktiv zu begleiten, darum bemüht sich das Krähennest am Rudolf-Lensing-Ring in Osterath seit nunmehr zehn Jahren.

Vera Aumann kennt sich gut aus mit Menschen, die eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung haben. Seit über zehn Jahren leitet sie das Krähennest in Osterath.

Die 48-jährige Heilpädagogin erklärt das Konzept der integrativen Kindertagesstätte: "Wir betreuen 73Kinder, von denen zehn eine Behinderung haben. Sie sind auf zwei integrative Gruppen verteilt, in denen sie mit nicht behinderten Kindern zusammen spielen. Unser Ziel ist es, ein schönes Miteinander zu erreichen."

Die Räumlichkeiten sind den Bedürfnissen in besonderer Weise angepasst. "Unser Schwerpunkt liegt im Bereich des sozialen Lernens, der Wahrnehmung, Bewegung und der Kreativitätsunterstützung," erzählt Aumann und zeigt voller Stolz den Entspannungsraum. "Wir haben hier ein riesiges Wasserbett, durch das die Kinder die Bässe wahrnehmen können, während sie Musik hören. Außerdem gibt es Sprudelröhren und viele Lichteffekte."

Auch eine Turnhalle, ein Wickelraum und bewegungsfreundlich gestaltete Räume mit Sensorischen-Integrations-Schaukeln bieten den insgesamt neun Erzieherinnen eine gute Betreuungsmöglichkeit.

Seit 2008 werden in der Kita auch Zweijährige aufgenommen: "Durch unsere Erfahrungen im integrativen Bereich fällt es uns natürlich leichter, diese Kinder gemäß ihres Entwicklungsstandes zu betreuen."

Auch Unternehmungen außerhalb der Kita stehen regelmäßig auf dem Programm: Einmal jährlich besuchen alle gemeinsam den Krefelder Zoo, die älteren nehmen auch an Ausflügen in eine Jugendherberge teil. "Außerdem gibt es die Familienfeste, bei denen sich auch die Eltern näher kommen und ein besseres Verständnis füreinander entwickeln können."

Wer ein Kind im Krähennest anmelden möchte, muss lange warten: "Für diesen Sommer sind bereits alle zehn Plätze für behinderte Kinder vergeben, deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig bei uns zu informieren. Prinzipiell nehmen wir Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen auf. Nur bei autistischen Kindern legen wir Wert darauf, ein Vorgespräch mit den Eltern zu führen."

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