Stadt und Polizei geben „Senioren im Sattel“ Tipps für richtiges Verhalten im Straßenverkehr.

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Franz-Josef Baumeister demonstriert, wie hoch der Sattel des Fahrrads eingestellt sein sollte.

Franz-Josef Baumeister demonstriert, wie hoch der Sattel des Fahrrads eingestellt sein sollte.

Franz-Josef Baumeister demonstriert, wie hoch der Sattel des Fahrrads eingestellt sein sollte.

Osterath. Parallelität der Ereignisse: Ein 68-jähriger Radfahrer übersah am Dienstag an der Böhler Straße in Büderich beim Wechseln von der rechten Fahrbahn auf den gegenüberliegenden Radweg einen Smart. Es kam zur Kollision, der Senior stürzte und zog sich schwere Verletzungen zu.

"Das ist so ein Fall, vor dem ich immer warne. Die Leute schauen sich einfach nicht um und fühlen sich unangreifbar", erzählt Franz-Josef Baumeister, bei der Polizei der Experte für Verkehrssicherheit. An Meerbuscher Schulen führt er regelmäßig ein Verhaltenstraining inklusive Fahrübungen durch, seit 2008 aber auch für Senioren. Nicht ohne Grund: An den 446 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr in Meerbusch waren 93 Senioren beteiligt, 38 waren mit dem Rad unterwegs, fünf wurden schwer verletzt.

In dieser Woche wird die Aktion "Sicher im Sattel" in Theorie und Praxis zum zweiten Mal durchgeführt. Am Montag war Büderich mit 25 Teilnehmern, am Dienstag dann Osterath mit etwas weniger Senioren an der Reihe. "Es sind letztlich stets die gleichen Dinge, auf die ich hinweise. Allerdings verlagern sich die Schwerpunkte", sagt Baumeister.


 

Kreisverkehre erleben einen regelrechten Boom - auch in Meerbusch. Vielfaches Achselzucken war die Reaktion der rüstigen Senioren, als der Polizist nach dem richtigen Verhalten in den Kreiseln fragte. Achten sollte man vor allem darauf, ob der Kreisverkehr mit einem Schild angekündigt wird. "Dann hat man innen Vorfahrt, ansonsten gilt rechts vor links", erläutert der Experte.

Abends ein paar Bierchen trinken und dann fröhlich nach Hause radeln - das kann den Führerschein kosten. "Und das gilt nicht nur ab einer Promillegrenze von 1,6. Wer einen Unfall verursacht oder auch nur Ausfallerscheinungen zeigt, kann belangt werden", warnt der Ordnungshüter.

Ist der Radweg zu Ende, sollte sich der Zweiradfahrer höchst vorsichtig in den fließenden Verkehr einfädeln. Die Teilnehmer in Osterath konnten gleich mehrere neuralgische Stellen im Stadtgebiet nennen, wo dies gefährlich werden kann. "In Höhe des Aldis in Osterath musst du ganz höllisch aufpassen, sonst hörst du schnell mal die Englein singen", warnte ein Senior. Es sei ein Irrglaube, so Baumeister, dass der Radler lustig weiterfahren könne und der Autofahrer in der Pflicht ist, auf ihn zu achten. "Es ist umgekehrt, der Radfahrer wechselt die Fahrbahn", so der Polizist.

Der Verkehrssicherheitsexperte wusste von gruseligen Unfällen zu berichten, die mit einem Helm auf dem Kopf erheblich glimpflicher abgelaufen wären. Erwachsene seien oft der Meinung, der Helm sei allein für Kinder gedacht, und besonders Frauen hätten häufig Probleme mit der Kopfbedeckung. Baumeister: "Ich habe sieben Jahre gebraucht, um meine Frau davon zu überzeugen, dass eine Dauerwelle bei einem Unfall nicht ihr Leben retten wird."

Strümp (Mittwoch, Musikschule), Lank (Donnerstag, Teloy-Mühle), Nierst (Freitag, Alte Schule); immer 14 bis 17 Uhr

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