Der Planungsausschuss verabschiedet Vertragswerk für neues Zentrum.

StaDTPLANUNG
Zuerst soll auf dem Ostara-Gelände der Frischemarkt entstehen. Die ersten Häuser werden wohl nicht vor 2013 gebaut.

Zuerst soll auf dem Ostara-Gelände der Frischemarkt entstehen. Die ersten Häuser werden wohl nicht vor 2013 gebaut.

Ingel

Zuerst soll auf dem Ostara-Gelände der Frischemarkt entstehen. Die ersten Häuser werden wohl nicht vor 2013 gebaut.

Osterath. Die vorletzte Hürde ist genommen. Erwartungsgemäß hat der Planungsausschuss am Mittwochabend die Ostara-Planung abgesegnet. CDU, Grüne und Zentrum stimmten dem 375 Seiten umfassenden Werk mit Änderung von Flächennutzungsplan, Änderungen der Bebauungspläne, städtebaulichem Vertrag und Satzung für die Fernwärmeversorgung zu. SPD, FDP und UWG lehnten es ab.

Jetzt muss nur noch der Rat Ende März sein O.K. geben, dann können die Bagger anrollen.

„Das ist eine Ostara- Verhinderungs-Taktik.“

Werner Damblon (CDU) zum Antrag der FDP, die Planung abermals auf Eis zu legen

Zuvor war die FDP damit gescheitert, die gesamte Bauleitplanung für das Ostara-Gelände noch einmal auf Eis zu legen. Jörg Schleifer sah diesen Schritt wegen der beabsichtigten Schließung der Barbara-Gerretz-Schule als erforderlich an: „Wir müssen uns jetzt schon Gedanken machen, was mit dem Gebäude geschehen soll. Die Immobilie könnte ein wichtiger Bestandteil der künftigen Zentrumsplanung sein, die es daher zu überdenken gilt.“ Der Ausschuss wollte dieser Einlassung nicht folgen. Werner Damblon (CDU): „Das ist Unfug und schlicht eine Ostara-Verhinderungs-Taktik.“

Obwohl die Standpunkte bekannt waren, lieferten die Politiker sich noch einmal ein rund zweistündiges Rededuell. Klaus Rettig (FDP) beschwor die Gefahr des verödenden Ortskerns. „Sie nehmen die vielen Bedenken und Befürchtungen zur Kenntnis, akzeptieren die Konsequenzen aber trotzdem“, warf er den Befürwortern vor.

Im Hinblick auf den Verkehr sei es ihm ein Rätsel, warum bei dem Frischemarkt lediglich die statistische Größe von 0,5 Kunden pro Quadratmeter angenommen werde, „realistisch wären wohl 1,8“. Die Zunahme an Lärm könnte dazu führen, dass Anwohner wegen passivem Schallschutz klagen.

Losse: Wohngebiet ist nur Anhängsel des Frischemarktes

Auch Holger Losse (SPD) nahm sich den 4100 Quadratmeter großen Frischemarkt zur Brust: „Das ist eine Einkaufs-Arena in der Größe eines Fußball-Stadions, die nur Umsatz machen kann, wenn sie Kunden von außerhalb anzieht.“ Das Wohngebiet mit seinen 250 Wohneinheiten sei allenfalls ein lästiges Anhängsel.

Werner Damblon kritisierte, dass die Gegner dieser Planung mit einer Investition von 80 Millionen Euro nur die Risiken sehen würden, „der Blick für das Positive bleibt verstellt“. Dabei würden die Chancen für Osterath deutlich überwiegen. „Endlich kann auf dieser riesigen Brachfläche etwas Sinnvolles geschehen“, sagte Damblon und lobte den Investor Carat für seinen Durchhaltewillen.

Joachim Quass (Grüne) sah Ungereimtheiten in der vorliegenden Satzung für die Fernwärmeversorgung im Vergleich zur ersten Fassung und setzte damit eine neue Diskussion über die ökologischen Energiestandards in Gang, in die sich Klaus Rettig gerne einreihte. Der Carat-Vertreter hatte dafür wenig Verständnis: „Wir liegen schon unter dem, was eigentlich machbar ist. Ein gewisse Flexibilität sollte man uns erhalten.“

Letztlich wurde über das Vertragswerk ohne Änderungen abgestimmt. Da sich Thomas Gabernig (FDP) als Anwohner und Verfasser einer Einwendung für befangen erklärte, wurden die Planungen mit einem Abstimmungsergebnis von 10:6 auf den Weg gebracht.

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