Mitreißende Tänze und deftige Büttenreden begeistern die Jecken beim Fest der KG Kött on Kleen.

Die Mädchen der kleinen Tanzgarde entführten die Gäste nach Afrika.
Die Mädchen der kleinen Tanzgarde entführten die Gäste nach Afrika.

Die Mädchen der kleinen Tanzgarde entführten die Gäste nach Afrika.

Peter Langer

Die Mädchen der kleinen Tanzgarde entführten die Gäste nach Afrika.

Nierst. Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Das müssen sich die Mitglieder der Traumtänzer der KG Kött on Kleen gedacht haben. Denn mit dem umjubelten Auftritt der Tanzgarde, in diesem Jahr als anmutige Ballerinas verkleidet, ist nach 15 Jahren Schluss. "Die Jungs hatten ihren Spaß und wollen jetzt nicht mehr", erklärten die Trainerinnen Helga Grefen und Doris Neuhausen.

Der Narrengemeinde im Festzelt auf dem alten Schulhof konnte dies die Feierlaune allerdings kaum schmälern. Schon mit dem Auftritt der kleinen Tanzmariechen nach der Begrüßung durch Prinz Klaus I. Otten und das Kinderprinzenpaar Isabel Wolters und Marcel Otten, Sohn des "großen" Prinzen, ließ Sitzungspräsident Klaus Pricken die erste Rakete des Abends zünden.

Hans-Martin Schmidt als "Ne Jong vom Lande" blickte zurück auf das Superwahljahr 2009 und die bisherigen Aktivitäten der schwarz-gelben Koalition. Mit einem weiteren Auftritt entführten die Mädchen der kleinen Garde nach Afrika: Sie hatten sich als Fabelwesen verkleidet und tanzten so energiegeladen zu Trommelrhythmen, dass begeistert eine Zugabe gefordert wurde.

Einen Trend setzten die Gäste der KG Gellep-Stratum: Sonst eher in den Vereinsfarben Blau und Weiß gekleidet, erschienen die Narren in üppigem Rot-Schwarz als Piraten. Die etwas größeren Gardistinnen von Kött on Kleen taten es ihnen nach und zeigten einen Freibeuter-Tanz mit wirbelnden (Plastik)-Säbeln, die im Scheinwerferlicht bedrohlich funkelten.

Zuvor hatte bereits Horst Klinkenberg alias "Ne Jong usem Levve" sein Rezept für gute Stimmung verraten ("Trinken Sie doch einfach mal das Bier von ihrem Sitznachbarn aus, dann haben wir hier sofort eine Bombenstimmung!") und einen Geheimtipp für Männer parat: "Neulich sagt meine Frau zu mir: Nimm mich doch mal irgendwohin mit, wo es so richtig teuer ist. Da bin ich mit der zur Tankstelle gefahren."

Auch Vizebürgermeister Leo Jürgens (CDU) wollte da mit einem Lob auf das Nierster Nachtleben nicht abseits stehen: "Wenn anderswo man beginnt, den Heimweg zu besudeln, da fängt’s in Nierst erst an zu brodeln."

Dass in Nierst die Uhren tatsächlich anders ticken, bewiesen Andreas Bongartz und Carsten Carstens als "Andi und Carsten": Egal ob der Biomais-Anbau von Bongartz Willi oder die misslungene Kartoffelernte von Schmitz Heinrich, kaum ein Nierst bewegendes Thema wurde ausgelassen.

Umjubelt wurden Einzug und Choreografie der Traumtänzer, bevor der Ehrenvorsitzende Adolf Rütten, in Nierst als "dä Man" bekannt, den Abend mit dem Titel "Die Neeschter Keerk" beendete. Für die Fans der Traumtänzer gibt es einen winzigen Silberstreif am Horizont: "Vielleicht rekrutiert sich ja eine ähnliche Garde neu", macht Pressewart Andreas Funke-Kaiser Hoffnung.

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